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Liesingbach: Renaturierung geht in nächste Phase Liesingbach: Renaturierung geht in nächste Phase
Umwelt

Liesingbach: Renaturierung geht in nächste Phase

Ulli Sima & Jürgen Czernohorzsky auf Fahrrad-Erkundungstour durch die nächsten Renaturierungsschritte.
W24 Redaktion
Mittwoch, 15. Juli 2026
Verfasst am 15.07.2026 von W24 Redaktion

Die Umwandlung des Liesingbachs in eine grüne Oase geht in die nächste Phase. Bis 2027 wird das ehemals hart verbaute Gewässer auf 9,2 Kilometern komplett renaturiert. Aktuell laufen die Arbeiten im zweiten Bauabschnitt auf Hochtouren.

Der Liesingbach zeigt sich im Sommer von seiner besten Seite – zumindest dort, wo die Renaturierung in den letzten 20 Jahren bereits abgeschlossen wurde. Nun geht es der zweiten Hälfte des 30 Kilometer langen Wienerwaldbaches an den Kragen: Im Zuge des Großprojekts „Integrativer Hochwasserschutz Liesingbach“ wird das Gewässer Schritt für Schritt aus seinem Betonbett befreit. Klimaschutzstadtrat Jürgen Czernohorszky und Planungsstadträtin Ulli Sima (beide SPÖ) haben die aktuellen Renaturierungs-Schritte jetzt mit dem Fahrrad begutachtet.

Neuer Regenwasserkanal

Aktuell konzentrieren sich die Arbeiten auf den „Bauteil 2“ zwischen dem Atzgersdorfer Platz und der Gutheil-Schoder-Gasse. Ein Kernstück des Projekts ist der Bau eines neuen, neun Kilometer langen Regenwasserkanals, der zum Großteil direkt unter dem Bachbett verlegt wird.

Das Prinzip dahinter: Bei Starkregen fängt der Kanal den ersten, stark verunreinigten Schwall von den Straßen auf und leitet ihn direkt zur Reinigung in die Hauptkläranlage nach Simmering. So wird verhindert, dass Schadstoffe die Liesing belasten.

Im aktuellen Bauabschnitt sind bereits 2,3 von 2,8 Kilometern dieses Kanals fertiggestellt. Um Anrainerinnen und Anrainer vor Lärm und Schmutz zu schützen, wurden Teilbereiche mittels unterirdischem Microtunneling realisiert.

Nach dem Abbau der alten Steinpflasterung – die umweltschonend direkt vor Ort zerkleinert und wieder im Flussbett verbaut wird – erhält die Liesing ein natürliches Gesicht. Rund 400 hitzetolerante Bäume und über 600 heimische Sträucher werden gepflanzt, um das Gewässer vor sommerlicher Überhitzung zu schützen.

Mehr Struktur im Bach: Es entstehen abwechslungsreiche „Pendelstrecken“ mit Sand- und Schotterbänken sowie eine eigene Erholungsinsel auf Höhe der Riegermühle.

„Schwebendes Grün“: Am dicht verbauten Steinsee sorgt eine innovative Seilbegrünung mit Kletterpflanzen über dem Wasser für ein besseres Mikroklima. (Red)

Bild: Stadt Wien