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Bildung

NEOS: Kampagne für Kindergärten

Kampagne soll Reformprozess in Wiener Kindergärten begleiten. Umfrage startet im März.
Vanessa Kogler
Montag, 09. Februar 2026
Verfasst vor 2 Stunden von Vanessa Kogler

Wiens Kindergärten sind zuletzt immer wieder in Kritik geraten. So schlugen etwa mangelnde Deutschkenntnisse beim Umstieg vom Kindergarten in die Volksschule bei fast jedem zweiten Kind oder der weitreichende Fördermittelbetrug in Privatkindergärten hohe Wogen. Den im Jänner von NEOS-Bildungsstadträtin Bettina Emmerling ausgerufenen Kindergarten-Reformprozess begleitet ab sofort bis Ende März eine neue NEOS-Kampagne, die sie am Montag bei einer Pressekonferenz präsentierte.

Mit Plakaten und Initiativen im öffentlichen und digitalen Raum wollen die Wiener NEOS nun die Öffentlichkeit unter dem Kampagnenmotto "Das, was wirklich zählt" auf den Reformprozess aufmerksam machen. Damit sei vor allem die Chance auf ein "selbstbestimmtes Leben" für jedes Kind gemeint, dessen Fundament im Kindergarten gelegt werde. Man wolle den "Kindergarten neu denken", betonte Vizebürgermeisterin Emmerling erneut.

Politische und plakative Versprechen

Darunter falle etwa die Öffnung des Kindergartens für weitere "bildungsrelevante Berufe" in der Verwaltung genauso wie im pädagogischen Bereich. Derzeit reglementiert das Kindergartengesetz, welche Berufsgruppen in Kindergärten tätig sein können. Die Bildungsstadträtin will hier "hinschauen, wie wir dieses Berufsfeld bzw. diesen Berufsort öffnen können". Neben Logopäd*innen oder Ergotherapeut*innen sollen auch Quereinsteiger*innen zum Einsatz kommen, deren Einstieg Emmerling erleichtern will.

Mit den Maßnahmen im Rahmen des Reformprozesses sollen verbesserte Rahmenbedingungen für Kindergartenpädagoginnen und Kinder - zum Beispiel mehr Sprachförderung und Zeit für die individuelle Betreuung - gewährleistet werden. Die Kampagne sei ein "politisches Versprechen" der NEOS für ihren "Einsatz für den Kindergarten", meinte NEOS-Landesgeschäftsführer Philipp Kern anlässlich der Präsentation. Daneben gaben die beiden Wiener NEOS-Spitzen im Anschluss an die Pressekonferenz auch ein "plakatives Versprechen" in Form eines pinken Handabdrucks für den Kindergarten ab.

Kritik der Opposition

Kritik aus der Opposition an der Kampagne ließ nicht lange auf sich warten. Die drei Oppositionsparteien FPÖ, Grüne und ÖVP äußerten in Aussendungen ihren Unmut. Maximilian Krauss, Bildungssprecher und Klubobmann der Wiener FPÖ, sah in der Kampagne einen weiteren "Beleg für die jahrelange Untätigkeit" der NEOS. Eine Kampagne ersetze keine Reformen, etwa bei Sprachkenntnissen, Personal und Qualität. Auch die Bildungssprecherin und der Bildungssprecher der Wiener Grünen, Julia Malle und Felix Stadler, bemängelten, es sei fahrlässig, dass sich die NEOS "lieber mit schönen Schlagworten" beschäftigen, anstatt sich "gravierenden Problemen" zu widmen. Die Situation für Kinder, Pädagoginnen und Pädagogen und Eltern habe sich in den letzten fünf Jahren unter Zuständigkeit der NEOS nicht verbessert.

Als "absurdes Ablenkungsmanöver vom pinken Totalversagen in Wiens Kindergärten" und "Selbstbeweihräucherung" bezeichnete Harald Zierfuß, Klubobmann der Wiener ÖVP, die Kampagne. Sie sei kein Ersatz für Deutschförderung, personelle Aufstockung oder funktionierende Fördermittelkontrolle. Emmerling bestätigte bei der Pressekonferenz auf Nachfrage, dass der Startschuss für die Reform des Fördersystems für Kindergärten weiterhin für März geplant sei. (apa/vk)