Sonderlandtag zum Thema Deutschförderung an Schulen
Die 8. Sitzung des Wiener Landtags in der laufenden Wahlperiode hat am Mittwoch ab 9 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses begonnen. Gegenstand ist der Antrag des ÖVP-Wien-Klubs Wien zum Thema Deutschförderung: „Erstmals mehr als 50 Prozent der Wiener Schulanfänger außerordentliche Schüler – Das Land Wien muss die Deutschförderung in Wiens Kindergärten komplett neu aufsetzen: 3-jährige Kindergartenpflicht für Kinder mit Deutschproblemen, Neuaufstellung der Aufsicht und massiver Ausbau der Deutschförderung!“ Wie üblich entfällt bei Landtagen die Fragestunde sowie die Aktuelle Stunde.
LAbg. Harald Zierfuß (ÖVP) sagt: „Mehr als die Hälfte der Schulanfängerinnen in Wien kann nicht Deutsch.“ Das müsse ein Grund zum Umdenken für die Stadtregierung sein. Viele der betroffenen Kinder seien hier geboren, doch fehle es in der Schule an Deutschkenntnissen. Seien Wiener Kinder als außerschulische Schülerinnen geführt, stellt sich die Frage, wie dies zu erklären sei. Das Problem außerordentlicher Schüler*innen ist laut Zierfuß nicht neu und „eine Bankrotterklärung“ für die Stadt.
Zierfuß weist auf zwei zentrale Hebel hin, die über Wiens Zukunft entscheiden würden: die Mindestsicherung und die Deutschförderung in den Kindergärten. Er ortet Intransparenz sowie fehlende Kommunikation seitens Stadträtin Emmerling (NEOS) bei verzögerten Anfragen.
Die NEOS-Kritik, so Zierfuß, trifft den eigenen Wahlauftrag nicht: „Sie verspielen die Zukunft unserer Stadt.“ Zahlen belegen Verschlechterungen, etwa bei Schulpflichtverletzungen und Suspendierungen. Gleichzeitig mangelt es an Schulsozialarbeit und Sprachförderkräften. Das Ziel sei, dass jedes in Wien geborene Kind Deutsch lernt; dafür müsse der Kindergarten angesichts der Herausforderungen „auf neue Beine gestellt“ werden, so die ÖVP am Mittwoch. (Red)