Scan Cars: Wien testet digitale Kontroll-Fahrzeuge
Die Wiener Parkraumüberwachung hat in den Außenbezirken mit dem Testbetrieb sogenannter Scan-Cars begonnen. Die mit Dachsensoren ausgestatteten Fahrzeuge erfassen Kennzeichen im Vorbeifahren und gleichen diese automatisiert mit der Datenbank für Parkometerabgaben ab. Laut Stadtverwaltung orientiert sich Wien damit an Systemen, wie sie bereits in Städten wie Amsterdam oder Paris zur Anwendung kommen, um die Kontrolle des ruhenden Verkehrs effizienter zu gestalten.
Ein zentrales Argument der Verantwortlichen für die Einführung der Technik ist die personelle Entlastung. Bisher legen die Kontrollorgane in weitläufigen Bezirken tägliche Wegstrecken von bis zu 15 Kilometern zu Fuß zurück. Mobilitätsstadträtin Ulli Sima verwies bei der Vorstellung des Projekts auf den sozialen Aspekt der Neuerung: Die Fahrzeuge sollen den Beschäftigten künftig einen wetterfesten Arbeitsraum bieten und die körperliche Belastung reduzieren. Das Personal soll künftig gezielter dort eingesetzt werden, wo eine manuelle Überprüfung unumgänglich ist.
In Bezug auf den Datenschutz betont die Stadt, dass die Software spezifisch für die Wiener Anforderungen programmiert wurde. Nach offiziellen Angaben findet keine dauerhafte Speicherung der erfassten Daten statt, sofern kein Verstoß vorliegt. Zudem soll die Technik die menschliche Kontrolle nicht vollständig ersetzen: Gemeldete Verdachtsfälle werden weiterhin von einem Kontrollorgan vor Ort manuell geprüft, bevor eine Sanktion erfolgt.
Die Stadt sieht in der technologischen Aufrüstung zudem einen Beitrag zur Stadtentwicklung. Durch eine lückenlosere Überwachung und den damit angestrebten Rückgang des Pendlerverkehrs soll Raum für Radwege und Begrünungsprojekte frei werden. Nach der nun gestarteten Testphase in zwölf Bezirken und entsprechenden Personalschulungen ist der Übergang in den regulären Vollbetrieb für Ende 2026 vorgesehen.