Blutkonserven: Die Lage ist kritisch
Derzeit sind die Lagerstände im Blutspendezentrum des Roten Kreuz in der Wiedner Hauptstraße im 4. Bezirk knapp. Die Lage ist kritisch, nur 2.500 Blutkonserven sind derzeit vorrätig. „Uns fehlen wirklich viele. Das ist nicht einmal ein Wochenbedarf, wir streben 5.000 an“, erklärt Transfusionsmedizinerin Ulrike Kreil, stv. medizinische Leiterin der Blutspendezentrale für Wien, Niederösterreich und Burgenland, Mittwochvormittag im W24-Interview.
Wegen der frühen, und nach wie vor aktuellen Grippe- und Erkältungswelle, fallen Spender*innen aus. Gleichzeitig ist der Bedarf in den Spitälern wegen vieler Unfälle gestiegen. Alle 90 Sekunden in Österreich eine Blutkonserve benötigt.
Erste mediale Aufrufe zeigen am Mittwoch Wirkung. In die Blutspendezentrale im 4. Bezirk kommen aber vor allem bereits registrierte Spender*innen. Gerade in Wien bräuchte es viel mehr Blutspender*innen, jetzt und auch in Zukunft. Kreil dazu: „Österreichweit kommen nur 3,4 Prozent Blutspenden, in Wien gar nur 1,5 Prozent aller möglichen Spender*innen. Das heißt: wir müssen ganz viele neue Leute erreichen, ansonsten können wir künftig die Patienten nicht versorgen.“
Spenden dürfen grundsätzlich alle Menschen im Alter von 18 bis 70 Jahren, die gesund sind und gewisse gesetzliche Voraussetzungen erfüllen. Das Blutspenden selbst ist nach wenigen Minuten erledigt. Samt Anmeldung und medizinischen Checks dauert das Ganze etwa 45 Minuten. Auf Wunsch können auch Termine vereinbart werden, um Wartezeiten zu vermeiden. Und danach gibt’s jedenfalls Verpflegung: Manner-Schnitten, vegane Weckerl oder wie früher Würstel. Ein kleines Dankeschön für einen Piekser, der Leben retten kann. (vk)
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