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"Wenn ich Fußball spiele, vergesse ich alle Probleme" "Wenn ich Fußball spiele, vergesse ich alle Probleme"
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"Wenn ich Fußball spiele, vergesse ich alle Probleme"

Bei der sozialen Straßenfußball-Weltmeisterschaft 2019 in Cardiff wird Österreich erstmals mit einem Frauenteam vetreten sein.
Vanessa Kogler
Donnerstag, 11. Juli 2019
Verfasst am 11.07.2019 von Vanessa Kogler

Vor dreieinhalb Jahren ist Saleha mit ihrer Familie von Afghanistan nach Österreich geflüchtet. Sie geht aufs Realgymnasium in der Donaustadt, wohnt in Favoriten und spielt mindestens dreimal die Woche Fußball. „Wenn ich Fußball spiele, vergesse ich alle meine Probleme. Es geht ums Gewinnen, aber auch um den Spaß am Spiel“, erzählt die 17-Jährige.

Entdeckt bei „Kicken ohne Grenzen“

In Wien macht Saleha beim Bildungsprojekt „Kicken ohne Grenzen“ mit. Dort wird sie auch für das heurige Homeless World Cup Frauen-Team entdeckt. In ihrer alten Heimat Afghanistan war Fußball nur etwas für Buben. „Ich hab dann immer alleine gespielt oder gegen die Wand geschossen“, erinnert sich die Schülerin. In Wien kickt sie gemeinsam mit zwei ihrer Schwestern. Eine davon ist heuer ebenfalls in der Auswahl für den Homeless World Cup.

Landau: „Vom Rand in die Mitte der Gesellschaft“

Die soziale Straßenfußball-Weltmeisterschaft gibt es seit 2003, erfunden in Österreich.  Der österreichische Partner des internationalen Homeless World Cup ist die Caritas Steiermark. Laut Caritas-Präsident Michael Landau schaffe der Homeless World Cup eine Bühne für jene, die sonst selten Applaus bekommen würden, wie Obdachlose, Flüchtlinge oder Menschen mit Suchtproblemen. Ziel ist es, dass die Spielerinnen und Spieler vom Rand in die Mitte der Gesellschaft rücken, betonte Landau.
 
Hälfte der Homeless-KickerInnen aus Wien

Seit 2008 laufen auch Frauenteams aufs Feld. Heuer ist beim Homeless World Cup von 27. Juli bis 3. August in Wales erstmals auch ein heimisches Frauenteam mit dabei. Insgesamt nehmen 500 Spielerinnen und Spieler aus 51 Nationen teil. Die Hälfte der Straßenkicker, die sich für den sogenannten Homeless World Cup in Österreich qualifiziert haben ist übrigens in Wien zu Hause.

Teamchefin: „Vielfältiges Team“

Emily Cancienne ist die Teamchefin der diesjährigen Frauenmannschaft. Sie trainiert die acht Spielerinnen im Alter von 16 bis 23 Jahren aus Klagenfurt, Graz und Wien seit rund einem Jahr. "Die Frauen haben auf ganz unterschiedlichen Wegen zu uns gefunden. Sie sind verschieden hinsichtlich ihrer kulturellen Herkunft und auch ihrer Familiensituation. So haben wir ein sehr vielfältiges Team, in dem die Frauen viel voneinander lernen", sagte die Wahl-Grazerin, Mittelfeldspielerin bei SK Sturm Graz aus Louisiana, USA.

Wer sich dafür interessiert, wie sich unsere Homeless-SpielerInnen schlagen. „Es wird einen Livestream geben“, weiß Thomas Jäger von der Caritas Steiermark. Mehr Infos gibt es online u.a. auf Facebook. (apa/vk)