Tiergarten Schönbrunn warnt vor tödlichem „Salamanderfresser“
Der Tiergarten Schönbrunn warnt anlässlich des Tages des Feuersalamanders am 3. September vor einer Pilzerkrankung, die für die Amphibien tödlich enden kann. Der als „Salamanderfresser“ bekannte Erreger gilt neben dem Verlust von Lebensräumen als eine der größten Bedrohungen für Feuersalamander.
In Österreich wurde der Pilz bisher nicht nachgewiesen. Fälle aus anderen europäischen Ländern zeigen allerdings, welche Folgen eine Ausbreitung haben kann: In Belgien, den Niederlanden und Deutschland hat die Infektion bereits Teilpopulationen des Feuersalamanders ausgelöscht. Wissenschafter*innen halten deshalb auch in Österreich eine laufende Überwachung für notwendig.
Für Menschen ist der Pilz ungefährlich. Da es sich um eine reine Wildtierkrankheit handelt, bekomme der Erreger laut Tiergarten Schönbrunn allerdings weniger Aufmerksamkeit als Krankheiten, die auch auf Menschen übertragen werden können. Dabei könnten Wildtierkrankheiten erhebliche Auswirkungen auf die Artenvielfalt und ganze Ökosysteme haben.
Wissenschafter*innen fordern daher eine stärkere Zusammenarbeit auf europäischer Ebene sowie grenzüberschreitende Schutzmaßnahmen. Auch Wanderer können dazu beitragen, eine mögliche Verschleppung des Pilzes zu verhindern. Schuhe und Ausrüstung sollten nach Ausflügen gründlich gereinigt und getrocknet werden. Tiere und Pflanzen aus Terrarien dürfen nicht in der Natur ausgesetzt werden.
Wer einen toten Salamander oder Molch entdeckt, der offensichtlich nicht überfahren wurde, sollte den Fund melden. Damit können mögliche Infektionen frühzeitig untersucht werden. (APA/Red)
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