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Sozialorganisationen warnen vor Einschnitten Sozialorganisationen warnen vor Einschnitten
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Sozialorganisationen warnen vor Einschnitten

Bündnis "Wien bleibt anders" ersucht Stadtregierung in Brief dringend um Gespräche und fürchtet um "soziale Sicherheit"
W24 Redaktion
Mittwoch, 09. September 2026
Verfasst vor 45 Minuten von W24 Redaktion

In Wien zeigen sich Sozialorganisationen bezüglich der künftigen Finanzierung besorgt. Das Bündnis "Wien bleibt anders", das rund 80 Organisationen aus den Bereichen Behindertenhilfe, Flüchtlingshilfe, Kinder- und Jugendhilfe und Wohnungslosenhilfe vertritt, ersucht nun die Stadtregierung in einem Brief dringend um Gespräche, "um die Qualität des sozialen Netzes in unserer Stadt auf einem hohen Niveau zu erhalten", wie es am Mittwoch hieß.

In einer Aussendung erinnerte das Bündnis, dass die Stadt Wien bereits Anfang 2026 einige Projekte und Beratungsstellen geschlossen hatte. "Die Kürzungen bei der Wiener Mindestsicherung bringen für viele Menschen deutliche Einkommenseinbußen bei steigenden Wohn- und Lebenserhaltungskosten. Förderungen für Sozialorganisationen wurden im Durchschnitt deutlich unter der Inflationsrate erhöht. Ausgenommen waren nur die Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe", hieß es.

Der Fonds Soziales Wien (FSW), der für die Vergabe von Fördermittel in diesem Bereich zuständig ist, habe gegenüber Sozialorganisationen nun erneut drastische Einsparungen angekündigt. "Für das kommende Jahr erwarten die Organisationen Kostensteigerungen durch Kollektivvertrag und Inflation in Höhe von rund drei Prozent. Dem stehen die geplanten drastischen Einsparungen gegenüber", so das Bündnis. Auch für die Folgejahre seien Kürzungen bereits angekündigt.

Soziale Sicherheit "gefährdet"

Die Organisationen des Bündnisses sehen Auswirkungen auf die Lebensqualität aller in Wien lebender Menschen: "Ihre Versorgung ist durch die bereits erfolgten und noch mehr durch die angekündigten Budgetkürzungen immer öfter infrage gestellt", heißt es im Brief, der bereits Anfang Juli an Bürgermeister Michael Ludwig, die Vizebürgermeisterinnen Barbara Novak (beide SPÖ) und Bettina Emmerling (NEOS) sowie Sozial- und Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) gegangen sei.

Stadtrat Peter Hacker (SPÖ) habe in seiner Antwort lediglich auf die bereits laufenden Gespräche zwischen dem FSW und dem Dachverband der Wiener Sozialorganisationen verwiesen. Dort allerdings gebe es bisher aber keine inhaltlichen Gespräche, "obwohl die konkreten Maßnahmen bereits mit der Stadt abgestimmt werden", hieß es.

Grüne: SPÖ hat sozialen Kompass verloren

Scharfe Kritik kam am Mittwoch von den Wiener Grünen: "Der Herbst beginnt und die Wiener SPÖ kürzt erneut bei den Grundpfeilern des Sozialen Wiens. Was vor einem Jahr mit gravierenden Kürzungen im Sozialbereich begonnen hat, findet damit eine traurige Fortsetzung", sagte Parteivorsitzende Judith Pühringer in einer Aussendung. Die Kürzungen der rot-pinken Stadtregierung seien "nicht nur ziel- und planlos, sie sind auch herzlos". "Die SPÖ hat offensichtlich ihren sozialen Kompass verloren, anders ist dieses Vorgehen nicht zu erklären."

Schon vor einem Jahr hätten die Wiener Grünen vor einer "Alarmstufe Rot" im Sozialbereich Wiens gewarnt - "es kam zu drastischen Einschnitten in der Arbeitsmarktförderung sowie in der Behinderten- sowie Sucht- und Drogenhilfe". Die Einschnitte im letzten Jahr seien für viele Wienerinnen und Wiener schon "bedrohlich" gewesen. Die neuerlichen Kürzungen würden jetzt "leider noch viel mehr Menschen treffen". "Die SPÖ verspielt das Erbe des Roten Wien", so Pühringer.

Auch das VertretungsNetz warnte am Mittwoch vor weiteren Sparmaßnahmen: "In den Verhandlungen mit der Stadt Wien zeichnen sich für die kommenden Jahre weitere drastische finanzielle Einschnitte ab", die Kürzungen würden den sozialen Zusammenhalt gefährden. "Einsparungen bei den sozialen Organisationen treffen vulnerable Menschen besonders hart. Sie gefährden Selbstbestimmung und Teilhabe und fördern Armut, Abhängigkeit und Ausgrenzung. Gleichzeitig entstehen hohe Folgekosten, wenn notwendige Unterstützungsangebote wegfallen. Wien braucht ein tragfähiges soziales Netz", erklärte dazu die Geschäftsführerin des VertretungsNetz, Gerlinde Heim (apa).