Wiener Marktamt - Ex-Leiter nach Vorwürfen versetzt, Vizechef auch
Im Wiener Marktamt haben Erhebungen der internen Revision zu Personalrochaden geführt. Ex-Leiter Andreas Kutheil, der letzte Woche nach medialen Vorwürfen von Rassismus, Sexismus und Mobbing "aus persönlichen Gründen" seine Führungsfunktion zurückgelegt hat, wurde zusätzlich in eine andere Abteilung ohne Kundenkontakt und Führungsaufgaben versetzt, so die Magistratsdirektion zur APA. Auch sein Stellvertreter wurde nun in eine andere Abteilung ohne Führungsaufgaben versetzt.
Laut "Falter" hat der bisherige Abteilungsleiter-Stellvertreter in Sozialen Medien mit Fake-Accounts die Arbeit des Marktamts bejubelt. In einer Aussendung der Magistratsdirektion von Mittwochvormittag wurde auf die konkreten Hintergründe von dessen Versetzung nicht eingegangen. Die aktuellen Vorwürfe seien Ende Juni in der Magistratsdirektion eingegangen, seit Anfang Juli werde von der internen Revision "praktisch rund um die Uhr" geprüft.
Dem "Falter"-Bericht vom Mittwoch zufolge soll der nunmehrige Ex-Vizeleiter über Schein-Accounts auf Facebook und Instagram versucht haben, mit Statements wie "Die machen das super" die öffentliche Meinung zugunsten des Marktamts und seines Chefs zu beeinflussen. Das würde gegen die Wiener Medien-Verordnung verstoßen, diese schreibt öffentlichen Stellen eine eindeutige Kennzeichnung und Sachlichkeit vor. Die "Presse" hatte vergangene Woche bereits berichtet, dass auch der Abteilungsleiter-Stellvertreter Mitarbeiter bloßgestellt und gedemütigt haben soll.
Gegen den früheren Marktamtsleiter Kutheil wird von der Stadt derzeit die Einleitung eines Disziplinarverfahrens geprüft. Ihm werden laut "Falter" von 20 Mitarbeiter*innen sexistische und rassistische Äußerungen und systematisches Mobbing vorgeworfen. Konkrete Vorfälle, etwa bei einer Weihnachtsfeier 2022, seien sowohl dem Unabhängigen Bedienstetenschutzbeauftragten (UBSB) und der Gewerkschaft younion gemeldet worden. (apa)