Neuer Zufluchtsort für Frauen in Ottakring
Das neue Fonds Soziales Wien Chancenhaus „Obdach Thalia“ für wohnungslose Frauen ist am Mittwoch eröffnet worden. Mit fast 60 Plätzen baut der FSW sein Angebot für obdachlose Frauen und TIN-Personen in Wien weiter aus. Das neue Chancenhaus, das in der Thaliastraße beheimatet ist, bietet nicht nur Schutz vor der Straße, sondern setzt an einem weit verbreiteten Problem an: der verdeckten Wohnungslosigkeit von Frauen.
Sozialstadtrat Peter Hacker, Frauenstadträtin Elke Hanel-Torsch, FSW-Geschäftsführerin Susanne Winkler und Bezirksvorsteherin Stefanie Lamp haben die neue Einrichtung, die nun im Sozialnetz der Stadt verfügbar ist, besucht. Obdach Wien Geschäftsführer Roland Haller hat das neue Chancenhaus feierlich präsentiert.
Auf unterschiedliche Bedürfnisse zugeschnitten
Das Angebot ist exklusiv auf die Bedürfnisse von Frauen und TIN-Personen* (Trans*, Inter*, Nichtbinäre Personen) zugeschnitten: Die insgesamt 56 Wohnplätze teilen sich auf 40 Einzel- und 8 Doppelzimmer auf. Jede Wohneinheit verfügt über eine eigene Küche und ein eigenes Bad.
Betreuung nur durch Frauen: Das gesamte Fachpersonal vor Ort ist weiblich. Auf vielfältigen Etagen findet man etwa auch speziell haustierfreundliche und queerfreundliche Stockwerke vor.
Psychologische Hilfe und Unterstützung vor Ort
Hilfe direkt im Haus: Die Bewohnerinnen müssen für Beratung nicht quer durch die Stadt fahren. Direkt am Standort gibt es gebündelte Unterstützung – von einer Allgemeinmedizinerin (neunerhaus) über eine Psychiaterin des Psychosozialen Dienstes bis hin zu psychologischer Beratung mit queerspezifischem Schwerpunkt (FEM).
Chancenhäuser in Wien sind keine klassischen Notquartiere, sondern gelten als temporäre Sprungbretter zurück in ein geregeltes Leben. Das Konzept ist laut FSW europaweit einzigartig: Vom ersten Tag an arbeiten Sozialarbeiterinnen gemeinsam mit den Frauen an einer dauerhaften und nachhaltigen Wohnlösung, damit sich die Wohnungslosigkeit erst gar nicht verfestigt.
„Unser Ziel als Stadt ist es, Obdach- und Wohnungslosigkeit zu bekämpfen – nicht die Betroffenen. Mit passgenauen Angeboten wollen wir die Lebenssituation der Frauen nachhaltig verbessern“, so Sozialstadtrat Peter Hacker bei der Eröffnung.
Auch Bezirksvorsteherin Stefanie Lamp sieht im neuen Standort einen Gewinn für den 16. Bezirk: „Hier entsteht ein Ort, der weit mehr ist als eine Unterkunft. Hier finden Frauen Schutz und die Chance auf einen erfolgreichen Neuanfang.“
In Wien gibt es mittlerweile neun solcher Chancenhäuser mit insgesamt rund 700 Plätzen. Sie sind Teil des dichten, ganzjährig verfügbaren sozialen Netzes der Stadt, das täglich rund 7.060 Plätze und mobile Betreuungen bereitstellt. Hier zeichnet sich der FSW verantwortlich. (Red)
Bild: FSW