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Idee: Ein Mini-Strombad für den Donaukanal Idee: Ein Mini-Strombad für den Donaukanal
Umwelt

Idee: Ein Mini-Strombad für den Donaukanal

Bei der Klima Biennale geht es auch um kreative Nutzung des öffentlichen Raums. Eine Idee - eine Art Mini-Strombad - betrifft den Donaukanal.
Vanessa Kogler
Donnerstag, 16. April 2026
Verfasst vor 1 Tag von Vanessa Kogler

Was wäre, wenn man sich mitten in der Stadt im Donaukkanal abkühlen könnte – auf einer kostenlosen Badeinsel? Diese Idee verfolgt das Projekt Strøm von Placemaking Austria und der Agentur Raumpioniere. Es ist eine von zehn kreativen Ideen, die von der Wirtschaftsagentur im Rahmen des Wettbewerbs Creatives for Vienna – Making Spaces mit einer Förderung von 15.000 Euro bedacht wurde. Im Rahmen der Klima Biennale liegt es aktuell in der Biofabrique Vienna am Nordwestbahnhof vor Anker.

Genehmigungsprozess dauert an

Während der Klima Biennale hätte Strøm – es ist dänisch und bedeutet Strom - eigentlich in Nähe der Kaiserbadschleuse schwimmen sollen. Der Genehmigungsprozess habe sich aber als umfangreich herausgestellt, erzählt Landschaftsarchitekt Thomas Kerekes im W24-Interview. Es seien viele, verschiedene Verwaltungsstellen von Bund und Land – beispielsweise die Donauhochwasserkommission, die Via Donau, die MA 54 oder MA 57 - involviert. Als die Zusage von der Wirtschaftsagentur gekommen sei, habe man Anfang Jänner sofort den Genehmigungsprozess gestartet, die Zeit habe aber nicht ausgereicht. Kerekes: „Von Seiten der Verwaltung herrscht eine große Offenheit und ein großes Interesse, aber es ist eine Herausforderung, weil es vollkommen neu ist in Sachen Rahmenbedingungen usw.“.

Inspiriert von den alten Strombädern in Wien

Inspiriert ist das Projekt von den alten Wiener Strombädern, von denen es Anfang 1900 auch zwei am Donaukanal gegeben hat. Es soll zeigen, wie Gewässer als öffentliche Räume erfahrbar und klimagerecht gestaltet werden können. „Das Ziel war die blaue Infrastruktur zu öffnen, gerade im Hinblick auf die Hitze in der Stadt, erklärt Stadtplaner Jan Gartner. Im Norden Europas gebe es bereits einige Bäder in Hafennähe. Auch Basel oder Paris seien gute Beispiele, wie das Wasser in der Stadt genutzt werde. Hauptproblem in Wien sei, dass der Donaukanal eine Schifffahrtsstraße sei und das erschwere die Nutzung des Kanals.

Holz-Stahlkonstruktion auf 14 Schwimmpotons

Im Rahmen des Wettbewerbs ist nun eine Holz-Stahlkonstruktion auf 14 Schwimm-Pontons, mit einer Fläche von knapp 35 Quadratmetern entstanden, amt Sitzgelegenheiten und dem typischen Hochstuhl für Bademeister*innen, sowie einer integrierten, offenen, kleinen Schwimmfläche. Gartner: „Das ist nicht nur ein Prototyp, das ist quasi ein fertiges Produkt mit einem Marktwert von 80.000 bis 100.000 Euro.“

Gartner: „Strøm hält Extremsituationen stand“

Die Wasserqualität im Donaukanal sei - ausgenommen die Tage nach Starkregenereignisse – sehr gut, die Strömungsgeschwindigkeit wäre unbedenklich. Auch einem Hochwasser würde Strøm standhalten. „Wir haben alles so ausgelegt und statisch berechnet, dass es Extremsituationen aushält“, versichert Stadtplaner Gartner. Jetzt gehe es darum, Strøm auszutesten. Die Macher*innen bleiben optimistisch, dass ihr Prototyp doch noch am Donaukanal Platz finden wird.

Besichtigungen von Strøm sind während der Klimabiennale möglich, etwa am kommenden Samstag (18.4.) von 11 bis 12.30 Uhr in der Papageienhalle/Biofabrik am Nordwestbahnhof. Am Donnerstag (23.4. 18 Uhr) folgt ein Gespräch zum Thema Strombäder. (vk)