WIGEV: Leichtes Plus bei Operationen und stationären Aufnahmen
131.056 Operationen sind im Vorjahr in den Spitälern des Wiener Gesundheitsverbunds (WIGEV) durchgeführt worden. Das ist ein Plus von 2.263 OPs zum Jahr 2024. Auch bei den stationären Patienten gab es einen leichten Anstieg von 243.607 auf 244.548 Aufnahmen. Die Zahl der ambulanten Kontakte blieb mit rund 5,2 Millionen stabil. Insgesamt wurden damit im Jahr 2025 mehr Patientinnen und Patienten behandelt, betonte Generaldirektorin Evelyn Kölldorfer-Leitgeb am Mittwoch.
Zu den WIGEV-Spitälern gehören die Kliniken Landstraße, Favoriten, Hietzing, Ottakring, Floridsdorf, Donaustadt und das AKH. 211.000 Rettungsanfahrten hatten diese Krankenhäuser im Vorjahr zu bewältigen. "Alle zweieinhalb Minuten wird eine WIGEV-Klinik von einer Rettung angefahren", erläuterte Kölldorfer-Leitgeb bei der Jahresbilanz-Pressekonferenz. Eine wichtige Säule im Wiener Gesundheitsverbund seien zudem die neun Pflegewohnhäuser mit 2.472 Bewohnerinnen und Bewohnern im Vorjahr. Dort wurden 328.333 medizinisch-therapeutische Behandlungen durchgeführt, was zur Entlastung der Spitäler beitrage.
Der WIGEV sei Österreichs größter Gesundheitsdienstleister und größter Ausbildner für Gesundheitsberufe, wurde betont. 8.343 Stellen in 75 verschiedenen Berufsgruppen waren im Vorjahr besetzt, berichtete Kölldorfer-Leitgeb. Die größten drei Gruppen waren Pflegepersonal, gefolgt vom Betriebspersonal sowie Ärztinnen und Ärzten.
"Stabilere Phase nach Pandemie"
"30 Prozent aller Operationen werden bei uns akut, also innerhalb einer 48-Stunden-Grenze durchgeführt", erläuterte Michael Binder, Medizinischer Direktor des WIGEV. Das zeige, "dass wir in einer stabileren Phase nach der Pandemie gelandet sind". Immer mehr Operationen finden zudem ambulant statt.
Von den stationären Patienten kamen im Vorjahr etwa 86 Prozent aus Wien, rund zehn Prozent aus Niederösterreich und 1,6 Prozent aus dem Burgenland sowie 0,6 Prozent aus dem Ausland. Das sei deshalb, weil Wien "sehr viele Spezialambulanzen" habe, in denen natürlich auch Patienten über die Landesgrenzen hinaus betreut werden, betonte Binder.
"Enorme Kostensteigerung"
Das bis 2040 geplante Modernisierungsprogramm wird indes weitergeführt, berichtete Herwig Wetzlinger, Stellvertreter von Generaldirektorin Kölldorfer-Leitgeb. Die Investitionssumme für die klinische Infrastruktur bis 2030 betrage 3,3 Milliarden Euro. 2025 eröffnete in der Klinik Favoriten der neue Zubau des Instituts für Physikalische Medizin und Rehabilitation. Außerdem wurden Rohbauten in der Klinik Hietzing, der Klinik Ottakring sowie im zum WIGEV gehörenden Therapiezentrum Ybbs in Niederösterreich fertiggestellt.
Zur Diskussion über die Finanzierung der Spitäler sprach sich Wetzlinger für eine vollständige Finanzierung der Leistungen aus. Die Stadt Wien zahle derzeit einen Zuschuss zur Deckung der Kosten. Zudem seien in den Bundesländern gleiche Leistungen unterschiedlich viel wert. Generell habe es in den vergangenen Jahren eine "enorme Kostensteigerung" gegeben. Die Personalkosten stiegen von 2024 auf 2025 um sieben Prozent, die Lohnabschlüsse über der Inflation sah Wetzlinger jedoch positiv. Beim nicht-medizinischen Sachaufwand gab es vor allem durch die Energiepreise ebenso ein Kostenplus von acht Prozent wie beim medizinischen Materialaufwand durch neue Therapien, vor allem in der Onkologie (apa).