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Historische Umbauten: "So ändert sich das Gesicht der Ringstraße" Historische Umbauten: "So ändert sich das Gesicht der Ringstraße"
Verkehr

Historische Umbauten: "So ändert sich das Gesicht der Ringstraße"

Die Wiener Ringstraße wird umgebaut. Die Diskussionen um die Platzverteilung am Ring gibt es aber schon sehr lange.
Andreas Liberda
Donnerstag, 23. April 2026
Verfasst vor 1 Stunde von Andreas Liberda

Die Wiener Ringstraße steht vor einem grundlegenden Umbau: Künftig soll eine Nebenfahrbahn auf einer Seite des Rings vor allem dem Radverkehr vorbehalten sein. Die entsprechenden Pläne hat die Stadt Wien vor Kurzem präsentiert. Die Diskussion darüber, wie der öffentliche Raum am Ring aufgeteilt werden soll, ist allerdings alles andere als neu – sie zieht sich durch die Stadtgeschichte.
Bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts erlebte Wien einen ersten Fahrrad-Boom. Mit neuen, alltagstauglichen Modellen wurde das Radfahren plötzlich für breite Bevölkerungsschichten attraktiv. Dennoch war das Radfahren auf der Ringstraße zeitweise sogar verboten, bevor es schließlich wieder erlaubt wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg und mit dem Siegeszug des Autos verlor der Radverkehr zunehmend an Bedeutung. Das bestehende Netz an Radwegen wurde Schritt für Schritt zurückgebaut.
Seinen Tiefpunkt erreichte es Anfang der 1980er-Jahre: Das Wiener Radwegenetz bestand damals nur noch aus wenigen, markierten Strecken. Erst unter Bürgermeister Helmut Zilk begann wieder ein vorsichtiger Ausbau. Teilweise wurden neue Abschnitte sogar von Unternehmen mitfinanziert – etwa am Ring, wo einzelne Streckenabschnitte nach einem bekannten Getränkehersteller benannt wurden. Der Straßenraum blieb jedoch weiterhin stark vom Autoverkehr dominiert.
Mit den aktuellen Plänen könnte nun ein Wendepunkt erreicht sein: Erstmals sollen sowohl Radfahrerinnen und Radfahrer als auch Fußgängerinnen und Fußgänger deutlich mehr Platz bekommen. Ein Schritt, der die lange Entwicklung fortschreibt, berichtet Historiker Sándor Békési vom Wien Museum.

Foto: Wien Museum