Studie: Zwei Drittel in Wien verzichten weitgehend aufs Auto
In Wien lenken 63 Prozent der Bevölkerung ab 16 Jahren nie oder nur selten ein Auto. 47 Prozent fahren überhaupt nicht selbst, weitere 16 Prozent nur selten. Demgegenüber halten 12 Prozent täglich ein Autolenkrad in der Hand. Das geht aus einer aktuellen Analyse des Verkehrsclub Österreich hervor.
Österreichweit liegt der Anteil jener, die nie oder selten Auto fahren, bei 34 Prozent. Hinter Wien folgen Vorarlberg (34 Prozent) sowie Tirol und Salzburg (je 33 Prozent). Den niedrigsten Wert weist Niederösterreich mit 22 Prozent auf.
Öffis und Zu-Fuß-Gehen prägen Wiens Mobilität
Wiener*innen nutzen überdurchschnittlich häufig öffentliche Verkehrsmittel und gehen oft zu Fuß. 40 Prozent fahren täglich mit Öffis, weitere 26 Prozent mehrmals pro Woche. 73 Prozent sind täglich zu Fuß unterwegs – ebenfalls ein Spitzenwert im Bundesländervergleich.
Als Gründe nennt der VCÖ unter anderem das dichte öffentliche Verkehrsnetz und die gute Nahversorgung in der Bundeshauptstadt.
Weitere Maßnahmen gefordert
Trotz der vergleichsweise geringen Autonutzung sieht der VCÖ weiteren Handlungsbedarf. Um den Pendelverkehr aus dem Umland zu reduzieren, werden zusätzliche öffentliche Verkehrsverbindungen vorgeschlagen, etwa Schnellbus-Systeme mit eigenen Busspuren. Auch betriebliches Mobilitätsmanagement könne dazu beitragen, mehr Menschen zum Umstieg auf Öffis, Fahrrad oder Fahrgemeinschaften zu bewegen.
Innerhalb Wiens werden eine weitere Verbesserung des öffentlichen Verkehrs, der Radinfrastruktur sowie eine fußgängerfreundliche Verkehrsplanung als wichtige Schritte genannt.
Initiative „Autofasten“ gestartet
Mit Beginn der Fastenzeit startet zudem die Initiative „Autofasten“, getragen von der katholischen und evangelischen Kirche und unterstützt vom VCÖ. Ziel ist es, das Auto möglichst oft stehen zu lassen und verstärkt zu Fuß, mit dem Rad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs zu sein. Das heurige Motto lautet „Fair zu Fuß unterwegs“.