Weltgrößter Trinkwasserspeicher entsteht in Neusiedl am Steinfeld
Wien investiert weiter in den Ausbau seiner Trinkwasserversorgung. In Neusiedl am Steinfeld in Niederösterreich wird derzeit der weltweit größte geschlossene Trinkwasserspeicher gebaut. Nach Fertigstellung soll der Speicher rund eine Milliarde Liter Wasser fassen – eine Steigerung von etwa 70 Prozent gegenüber dem aktuellen Volumen. Der Ausbau erfolgt in mehreren Etappen und umfasst künftig sechs bis acht Wasserkammern.
Versorgungssicherheit im Fokus
Der neue Speicher ist ein zentraler Bestandteil der Trinkwasser-Strategie „Wiener Wasser 2050“. Die Stadt reagiert damit auf steigenden Wasserbedarf durch Bevölkerungswachstum und die Folgen des Klimawandels. Prognosen zufolge könnte Wien bis 2050 um die Größe der Stadt Graz wachsen, was einen Anstieg des Wasserverbrauchs um rund 15 Prozent bedeutet. Gleichzeitig erhöhen Dürre, Hochwasser und Starkregen die Anforderungen an eine sichere Wasserversorgung.
Bau und Qualitätssicherung
Für den Bau werden rund 35.000 Kubikmeter Beton verbaut. Wöchentliche Betonprüfungen und baubegleitende Kontrollen sollen die Langlebigkeit und Dichtigkeit der Kammern sicherstellen. Die Arbeiten erfolgen in enger Abstimmung mit der städtischen Prüf-, Inspektions- und Zertifizierungsstelle (MA 39), die zudem für die regelmäßige Überwachung der Wasserqualität verantwortlich ist.
Technische Details
Der Speicher ist in das Gefälle der I. Hochquellenleitung eingebunden, sodass das Wasser ohne Pumpeneinsatz nach Wien fließt. Der Behälter wird in zwei Bauetappen erweitert: Bis Ende 2028 sollen zwei weitere Kammern entstehen, die insgesamt 200 Millionen Liter Wasser fassen. Nach Fertigstellung kann Wiener Wasser insgesamt rund zwei Milliarden Liter Wasser in 31 Speichern lagern.
Weitere Projekte für die Trinkwasserversorgung
Neben dem Ausbau des Speichers ist auch der Bau eines neuen Trinkwasserwerks auf der Donauinsel geplant. Dieses soll ab 2029 bei Bedarf bis zu 1.000 Liter Wasser pro Sekunde liefern.