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Neue Großwärmepumpe versorgt 16.000 Haushalte Neue Großwärmepumpe versorgt 16.000 Haushalte
Umwelt

Neue Großwärmepumpe versorgt 16.000 Haushalte

In der Müllverbrennungsanlage Spittelau hat die Wien Energie eine neue Großwärmepumpe in Betrieb genommen.
Andreas Liberda
Donnerstag, 29. Jänner 2026
Verfasst vor 1 Stunde von Andreas Liberda

In der Müllverbrennungsanlage Spittelau nutzt Wien Energie die entstehende Wärme jetzt gleich dreifach. Mit einer neuen Großwärmepumpe wird zusätzlich jene Abwärme verwertet, die bisher bei der Rauchgasreinigung verloren ging. Die 120 Tonnen schwere Anlage kann rund 16.000 Wiener Haushalte mit Fernwärme versorgen und macht den Standort zu einer der effizientesten Müllverbrennungsanlagen Europas. Rund 40 Millionen Euro wurden dafür investiert.

Bisher lieferte die Spittelau Strom für etwa 30.000 und Fernwärme für 60.000 Haushalte. Durch die neue Wärmepumpe steigt die gesamte Wärmeerzeugung nun auf das Niveau von rund 76.000 versorgten Haushalten. Technisch funktioniert das System ähnlich wie eine Wärmepumpe im Wohnhaus – allerdings in industriellem Maßstab: Die bei der Rauchgaswäsche erhitzten Wassermengen dienen als Energiequelle, die mit Ökostrom weiter nutzbar gemacht wird. Insgesamt erhöht sich die Effizienz der Anlage dadurch um 13 Prozent auf mehr als 95 Prozent.

Das Projekt gilt als wichtiger Baustein auf Wiens Weg raus aus Gas und hin zur klimaneutralen Stadt bis 2040. Fernwärme soll dabei eine zentrale Rolle spielen, ihr Anteil am gesamten Wärmebedarf soll deutlich steigen. Großwärmepumpen, Abwärmenutzung, Müllverbrennung und künftig auch Tiefengeothermie bilden den Kern des geplanten Wärmemixes. Die Spittelau zeigt damit exemplarisch, wie Energiewende in einer dicht bebauten Großstadt funktionieren kann.

Fote: Wien Energie/Thomas Meyer