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Jetzt fix: Haus der Geschichte Österreich kommt ins Museumsquartier Jetzt fix: Haus der Geschichte Österreich kommt ins Museumsquartier
Kultur

Jetzt fix: Haus der Geschichte Österreich kommt ins Museumsquartier

Babler gibt nach Evaluierung Grünes Licht für die geplante Übersiedlung, Budgetvorbehalt kann jedoch zu Verzögerung führen.
W24 Redaktion
Freitag, 09. Jänner 2026
Verfasst vor 16 Stunden von W24 Redaktion

Das Haus der Geschichte Österreich (hdgö) wird wie geplant von der Neuen Burg am Wiener Heldenplatz ins Museumsquartier übersiedeln. Das gab Vizekanzler und Kulturminister Andreas Babler (SPÖ) am Freitag als Ergebnis der internen Evaluierung bekannt. "Der faktische Baubeginn steht allerdings noch unter Budgetvorbehalt. Eine zeitliche Streckung des Projektes ist daher möglich", hieß es am Freitag in einer Aussendung. Geplant war die Eröffnung am neuen Standort im Herbst 2028.

"Die Planungen sind weit gediehen, die Entwurfsplanung ist abgeschlossen. Die derzeit in Vorbereitung befindliche Baugenehmigung hat eine Gültigkeit von vier Jahren und bietet damit reichlich Zeit für inhaltliche Überlegungen - etwa im Kontext aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen wie beispielsweise des besorgniserregenden Anstiegs von Antisemitismus und der Verbreitung autoritären Gedankenguts", hieß es weiter. Für Babler bietet der neue Standort mit rund 3.000 Quadratmetern Ausstellungs- und Vermittlungsfläche "auch die Möglichkeit, sich intensiv dem düstersten Kapitel der österreichischen Zeitgeschichte zu widmen, der Shoah". Der Holocaust sei "Teil der Geschichte Österreichs und damit auch im Kontext eines mittelfristig eigenständigen Bundesmuseums Haus der Geschichte Österreich zu denken". Zuletzt war auch die Schaffung eines eigenen Holocaust-Museums diskutiert worden.

Trotz des geplanten Umzugs des hdgö soll der Altan der Neuen Burg, im Volksmund "Führer-Balkon" genannt, künftig ein "Ort für die demokratiepolitische Bildung werden", so Babler. "Ich kann mir vorstellen, dass die neu geschaffene Koordinierungsstelle für Gedenkkultur unter Einbindung der wesentlichen Stakeholder dafür federführend tätig wird."

Im Ministerratsvortrag vom November 2023 seien die Gesamtkosten des Projekts auf 39,29 Mio. Euro geschätzt worden, hieß es. "Die Kosten bis zur Baugenehmigung belaufen sich auf rund 2,5 Mio. Euro seitens des Museumsquartiers, dazu kommen Personal- und Infrastrukturkosten und externe Dienstleistungen in Höhe von rund 0,9 Mio. Euro aufseiten der ÖNB." Das derzeit in den Verband der Österreichischen Nationalbibliothek eingegliederte hdgö soll laut Regierungsprogramm ein eigenständiges Bundesmuseum werden.

Im September 2024 wurde das Architekturbüro O&O Baukunst Berlin als Gewinner der Ausschreibung präsentiert. Vorgesehen ist ein Holzbau im kleinen Klosterhof, der als Eingangsportal fungieren soll. "Das aktuelle Projekt wird dem wissenschaftlichen Beirat des hdgö am 21. Jänner präsentiert und auch noch dessen Expertise eingeholt", hieß es am Freitag seitens des Kulturministeriums. Dieses Gremium ist für die Funktionsperiode 2026-2028 teilweise neu zusammengesetzt und besteht nun aus Constanze Itzel, der Direktorin des "Haus der Europäischen Geschichte" in Brüssel, Karin Moser vom Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Universität Wien, dem Zeithistoriker Oliver Rathkolb von der Uni Wien, dem Historiker und Ex-Landeshauptmann Franz Schausberger als Vertreter der Bundesländer, Florian Wenninger, dem Leiter des Instituts für Historische Sozialforschung und Helmut Wohnout, dem Generaldirektor des Österreichischen Staatsarchivs.

Die Reaktionen auf den Entscheid, den hdgö-Standort wie vorgesehen zu wechseln, waren positiv. "Die Klarstellung unterstreicht die Bedeutung eines zukunftsfähigen Ortes für die zeitgeschichtliche Auseinandersetzung im Zentrum Wiens", heißt es in einer gemeinsamen Aussendung von hdgö und Nationalbibliothek (ÖNB). hdgö-Direktorin Monika Sommer zeigte sich erfreut, "die laufende Arbeit an einer neuen Hauptausstellung fortsetzen können" und verwies auf das "spannende Programm in der Neuen Burg am Wiener Heldenplatz" bis zur endgültigen Übersiedlung ins Museumsquartier. Dessen Geschäftsführerin Bettina Leidl bezeichnete das hdgö via Aussendung als "ein zentrales Museumsprojekt für die demokratische Erinnerungskultur unseres Landes", die nunmehrige Entscheidung schaffe die notwendige Planungssicherheit für das Museumsquartier.

Von politischer Seite begrüßten Werner Kogler, Kultursprecher der Grünen ("Es zeigt sich, dass langfristige, evidenzbasierte Entscheidungen auch Regierungswechsel überdauern können."), und SPÖ-Kultursprecherin Katrin Auer ("Dass die bisher geleistete Arbeit nun verwertbar bleibt, ist ein wichtiges Signal an alle Beteiligten.") das Vorantreiben der geplanten Übersiedlung. (apa).