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Alt aber fit: Die Albertina feiert heuer ihr 250-jähriges Bestehen Alt aber fit: Die Albertina feiert heuer ihr 250-jähriges Bestehen
Kultur

Alt aber fit: Die Albertina feiert heuer ihr 250-jähriges Bestehen

Generaldirektor Ralph Gleis stellte das Programm für das Jubiläumsprogramm vor - Zahlreiche weibliche Perspektiven und eine Hommage an Arnulf Rainer - Gebu
W24 Redaktion
Mittwoch, 14. Jänner 2026
Verfasst vor 2 Stunden von W24 Redaktion

Ein Vierteljahrtausend alt - ein Umstand, auf den nur weniges auf diesem Planeten verweisen kann, das kein Grönlandhai ist. Die Wiener Albertina gehört allerdings dazu, feiert das Museum heuer doch sein 250-jähriges Bestehen, was bereits im Pausenfilm des Neujahrskonzerts gewürdigt wurde. Und das mit einem vollen Jubiläumsprogramm, das Generaldirektor Ralph Gleis am Mittwoch präsentierte.

Auch wenn man die Besucherzahlen noch aufarbeite, blicke man auf ein äußerst erfolgreiches Jahr 2025 mit konstantem Publikumsinteresse zurück, freute sich der im Vorjahr angetretene Gleis über einen gelungenen Einstand: "Das ist für mich eine Bestätigung der Neuansätze - und diesen Schwung wollen wir mitnehmen ins Jahr 2026."

Zahlreiche weibliche Positionen

Im Kern stehen dabei drei Hauptausstellungen, die die Sammlung des Hauses ins Zentrum rücken. Bereits eröffnet wurde "Faszination Papier", der sich am 19. Juni "Sammeln für die Zukunft" anschließt. Hierbei möchte man die Geschichte der Albertina und die Rolle von Herzog Alberts Gattin Marie Christine darin nachzeichnen. Dabei wird auch wieder einmal Albrecht Dürers Meister-Lampe-Ikone als Aushängeschild des Hauses aus dem Depot geholt. "Wir lassen den Hasen aus dem Stall", kündigte Gleis an.

"Künstlerinnen der Albertina" schließlich übernimmt ab 30. Oktober. Von Maria Lassnig über Käthe Kollwitz bis Olga Wisinger-Florian reicht das Spektrum der gezeigten weiblichen Positionen, zu denen auch unbekanntere Namen wie Elisabetta Sirani oder Alexandra Exter gehören. Das übergreifende Ziel für die großen Ausstellungen sei, selten gezeigte Objekte zu präsentieren oder auf altbekannte neue Blicke zu werfen, so Gleis.

Auch unter den weiteren Schauen im laufenden Jahr finden sich zahlreiche weibliche Positionen, darunter eine Personale für Helga Philipp, mit der ab 1. Mai die 2002 verstorbene Meisterin der österreichischen Konkreten Kunst mit "Bewegungsräume" gewürdigt wird. Am 9. Oktober strahlen die Blütengemälde der 1981 geborenen US-Künstlerin Shara Hughes in den Hallen der Albertina. Und auch bei "Care Matters" in Kooperation mit der Sammlung Verbund wird bereits ab 12. März die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Titelthema in den Mittelpunkt gerückt, die ebenfalls mit zahlreichen Werken von Frauen aufwartet.

Der Blick auf die Gesellschaft

Honoré Daumiers Blick auf die politischen Verwerfungen im 19. Jahrhundert rückt "Spiegel der Gesellschaft" bereits ab 6. Februar in den Fokus. Dem fotografischen Werk von Richard Prince ist ab 17. April eine große Retrospektive gewidmet, und auch "Reisefotografie" ab 15. Juli kann dem Fotoschwerpunkt 2026 zugeordnet werden, wenn man dem Genre des 19. Jahrhunderts auf den Grund geht.

Gleich zwei Männer stehen bei "Picasso - Bacon" ab 18. September im Zentrum des Interesses, wenn Meisterwerke der beiden Ikonen auch dank zahlreicher Leihgaben gegenübergestellt werden. Der Jahresabschluss gehört dann aber dem Malerfürsten Arnulf Rainer, der im Dezember im Alter von 96 Jahren verstorben ist. Mit einer Hommage ab 13. November erweist man dem Meister die Ehre.

KAWS nun wirklich in der Albertina Modern

In der Albertina Modern hingegen widmet man sich ab 3. März mit "Tanzbild" der Fotografie des Bühnengenres, bevor am 3. April nun tatsächlich die aufgrund der Übernahme der Abramovic-Schau einst verschobene Ausstellung zu KAWS folgt. Dabei wird anhand des titelgebenden US-Künstlers die Auseinandersetzung verschiedener Kunstschaffender mit den Themen Kitsch und Hochkultur, Cartoon und Kunst thematisiert.

"Vasarely - Adrian" wird ab 26. Juni zwei Meister der optischen Täuschung gemeinsam auf die Augen des Publikums loslassen. Dem 2012 verstorbenen Franz West, dessen 80. Geburtstag am 16. Februar 2027 begangen worden wäre, ist ab 6. November eine Retrospektive gewidmet, bevor am 24. November eine lakonisch "Down Under" betitelte Schau mit Kunst aus Australien eröffnet.

Und am dritten Standort, der Albertina Klosterneuburg, lädt ab 26. März "Donated with Love" die Kunstfreundinnen und -freunde in den Speckgürtel der Hauptstadt. Dabei blickt man auf die Schenkungen an das Haus in der jüngeren Zeit zurück.

Geburtstagsfest am 4. und 5. Juli

Abseits des prallen Ausstellungsprogramms feiert man auch schlicht und einfach - und zwar am offiziellen Geburtstagswochenende, dem 4. und 5. Juli. Bei freiem Eintritt und kulinarischem Angebot gibt es im Haus ein umfangreiches Vermittlungsprogramm sowie am Abend einen Festakt mit dem Bundespräsidenten. Und am 26. September erhalten entsprechend Kostümierte bei einem Rokoko Special kostenlosen Zugang zur Albertina (apa/red).