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Ukraine: Wiener Pfarren wollen Vertriebene aufnehmen Ukraine: Wiener Pfarren wollen Vertriebene aufnehmen
Gesellschaft

Ukraine: Wiener Pfarren wollen Vertriebene aufnehmen

Caritas reagiert auf Streit zwischen Bund und Ländern.
W24 Redaktion
Mittwoch, 14. Jänner 2026
Verfasst vor 2 Stunden von W24 Redaktion

Angesichts fehlender staatlicher Unterkünfte für neu ankommende Ukraine-Vertriebene bereiten sich in Wien Pfarren auf die Aufnahme von Geflüchteten vor, allerdings nur als zeitlich befristete Notlösung. Hintergrund ist ein Streit zwischen Bund und Ländern über Zuständigkeiten und Finanzierung der Erstversorgung. Die Wiener Caritas plant deshalb für den Ernstfall gemeinsam mit Pfarren provisorische Notquartiere, berichtete "Kathpress" am Mittwoch.

Seit Anfang Jänner erfolgen im letzten bundesweiten Ankunftszentrum für Ukraine-Vertriebene in Wien keine Neuaufnahmen mehr - mit Ausnahme besonders schutzbedürftiger Personen und nur solange es noch freie Plätze gibt. Ende Februar soll die Einrichtung ganz schließen. "Im Kern geht es darum, Vorhaltekapazitäten in unterschiedlichen Pfarren zu schaffen. Wir bereiten uns auf eine Situation vor, von der wir hoffen, dass sie nicht eintritt", erklärte Katharina Renner, Leiterin des Bereichs Pfarrcaritas und Ukraine-Hilfe gegenüber "Kathpress".

Die kirchlichen Notquartiere sind vorerst bis Mitte Februar ausgelegt. Wie viele Menschen tatsächlich kommen werden, sei aber unklar, so Renner. Noch gehe die Caritas davon aus, dass die Verantwortlichen im Bund und in den Ländern "die Notsituation erkennen und entsprechend handeln". Es sei eine staatliche Aufgabe sicherzustellen, dass Vertriebene aus der Ukraine in Österreich nicht auf der Straße stehen.

Anstelle eines "Kompetenzgerangels" zwischen Bund und Ländern wünscht sich die Caritas, dass sich die Länder und das Innenministerium in dieser Frage einigen und die Versorgung von Ukraine-Vertriebenen sicherstellen. Dieser "sinnbefreite Konflikt" dürfe nicht länger auf dem Rücken von Menschen ausgetragen werden, hatte Caritas-Direktor Klaus Schwertner bereits zuvor in einem "Kathpress"-Interview.

Den Auftakt macht am 19. Jänner die Pfarre Franz von Sales in Wien-Döbling, deren großer Festsaal als Quartier für 20 bis 30 Menschen dienen könnte. Von 30. Jänner bis 9. Februar hat sich das Grätzlzentrum Fried Krim der Pfarre Franz von Sales bereit erklärt, ein provisorisches Notquartier zur Verfügung zu stellen. Was danach komme, sei unklar, so Renner (apa).