Wiener Bälle: Weltweit gefeiert
Die Wiener Ballkultur ist international bekannt – doch sie beschränkt sich längst nicht nur auf Wien. Seit mehr als 40 Jahren bringt die Stadt ihre Tradition in die Welt, mit jährlich rund 35 Veranstaltungen von New York über Peking bis Rom. Die Bälle stärken Wiens Ruf als Musik- und Kulturmetropole und sind für viele eine erste Berührung mit der Stadt.
Für Marianna Taormina, eine 24-jährige Studentin aus Sizilien, wird die erste Begegnung mit einem Wiener Ball prägend. Im Alter von 18 Jahren nimmt sie als Debütantin am Großen Wiener Ball in Rom teil, einer Veranstaltung, die seit 2008 jährlich im Herbst stattfindet. Dort treten Debütantinnen in weißen Kleidern gemeinsam mit Kadetten des italienischen Heeres auf, bevor eine Jury das beste Tanzpaar kürt. Der Hauptpreis: die Teilnahme an der Eröffnung des Wiener Opernballs.
Marianna wird damals zur „Prinzessin der Nacht“ gekrönt und darf Italien beim Wiener Opernball vertreten. Gegenüber W24 beschreibt sie den Abend als einzigartiges Erlebnis: „Die Musik, die Lichter, die elegante Atmosphäre – dieser Moment bleibt unvergesslich.“ Anschließend reist sie nach Wien, wo sie mehrere Wochen in der Staatsoper für ihren Auftritt beim Opernball probt. Ein besonderes Detail dieses Abends: Das Tragen einer eigens für sie entworfenen Tiara von Donatella Versace in Zusammenarbeit mit Swarovski. „Es ist mehr als nur ein Schmuckstück“, sagt Marianna. „Es symbolisiert Eleganz, Tradition und die Verantwortung, mein Land zu vertreten.“
Mittlerweile ist Marianna nicht mehr nur Teilnehmerin, sondern selbst Teil der Veranstaltung: Heute moderiert sie den "Großen Wiener Ball" in Rom und führt die Gäste – darunter auch Delegationen aus Wien – durch den Abend. Für sie ist der Ball mehr als eine gesellschaftliche Veranstaltung: "Er bringt Menschen zusammen, hält Traditionen lebendig und sammelt Spenden für soziale Projekte.“
Neben der kulturellen Komponente setzt der Ball auch auf soziales Engagement. So fließen die zuletzt gesammelten Spenden an Organisationen, die sich gegen Gewalt an Frauen einsetzen. Die Gründerin des Balls, Elvia Venosa, und die kreative Leiterin Valeria Giardini, legen bewusst Wert darauf, Tradition mit gesellschaftlicher Verantwortung zu verknüpfen.
Taormina selbst steht kurz vor dem Abschluss ihres Jurastudiums, doch die Ballkultur bleibt ein fester Bestandteil ihres Lebens. Ihr Rat an junge Menschen: „Träumt groß! Ein kleiner Schritt, wie der Besuch eines Balls, kann der Anfang einer aufregenden Reise sein.“ Wien hat für sie mittlerweile eine besondere Bedeutung – und sie plant, bald wiederzukommen, diesmal als Touristin.