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Frauenmorde: Mehr Mittel für Gewaltschutz Frauenmorde: Mehr Mittel für Gewaltschutz
Gesellschaft

Frauenmorde: Mehr Mittel für Gewaltschutz

Nach dem neunten Frauenmord fordern Gewaltschutzorganisationen mehr Geld und 3.000 neue Arbeitsstellen im Opferschutz
Vanessa Kogler
Montag, 03. Mai 2021
Verfasst am 03.05.2021 von Vanessa Kogler

Sie wurden getötet, weil sie nicht gehorcht haben, weil sie sich trennen wollten oder weil sie nicht den Erwartungen entsprochen haben. Nirgendwo innerhalb der EU werden so viele Frauenmorde verübt, wie in Österreich. Erst vergangene Woche hat ein 42-jähriger Wiener seine 35-jährige Ex-Partnerin in einem Gemeindebau in der Brigittenau erschossen. Eine Gefährlichkeitsprognose im Vorfeld hätte die Tat möglicherweise verhindern können.

Forderung: 3.000 neue Arbeitsstellen im Opferschutz
 
Die eigenen vier Wände sind für Frauen immer noch der gefährlichste Ort. Nach dem Femizid am Donnerstag in Wien, sieht sich auch die Politik zum Handeln gezwungen. Als erste Maßnahme sollen etwa Fallkonferenzen – die 2017 eingestellt wurden - wiedereingeführt werden. Dabei geht es um die Einstufung und Gefährdungslage potentieller Täter. Zustimmung kommt von den Opferschutzeinrichtungen, gleichzeitig fordern sie aber auch mehr Mittel für den Gewaltschutz – konkret 228 Millionen im Euro im Jahr und und zusätzlich rund 3.000 neue Arbeitsstellen im Opferschutz.

Kampagnen, Schulungen, Sensibilisierungsmaßnahmen
  
Sozialminister Wolfgang Mückstein hat am Sonntag als erste Maßnahme eine Kampagne gegen Männergewalt angekündigt. Auch der Bedarf an weiteren Männerberatungsstellen soll erhoben werden. Kampagnen seien wichtig zur Aufklärung, betonen etwa Maria Rösslhumer vom Verein Österreichische Autonome Frauenhäuser (AÖF) und Rosa Logar von der Wiener Interventionsstelle im W24-Interview am Montag. Gleichzeitig fordern sie aber auch mehr Mittel etwa für die Polizei und die Justiz – etwa um Beweise ausreichend sichern zu können. Sowie Schulungen und Sensibilisierungsmaßnahmen für alle Personen, die mit Gewalttätern und Opfern zu tun haben. Mehr dazu im TV-Beitrag. (vk)