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Masken-Entsorgung: 500 Euro Strafe auch in Wien? Masken-Entsorgung: 500 Euro Strafe auch in Wien?
Gesundheit

Masken-Entsorgung: 500 Euro Strafe auch in Wien?

Was Wiener/-innen ärgert, kostet in Rom 500 Euro Bußgeld.
Christoph Schütz
Dienstag, 26. Mai 2020
Verfasst am 26.05.2020 von Christoph Schütz

Das Masken Problem

Immer mehr Wiener/-innen sind sie ein Dorn im Auge: Unachtsam weggeworfene Corona-Schutzmasken. Dieser Tage findet man sie auf Gehsteigen, in Hausanlagen, vor Supermärkten oder neben Mistkübeln im öffentlichen Raum. Stellen die herumliegenden Masken ein Gesundheitsrisiko für die Wiener/-innen dar? Und was droht demjenigen, der sie einfach so auf der Straße entsorgt? Wir sprechen mit Gesundheits- und Abfallbeseitigungs-Experten und den politisch Verantwortlichen in der Stadt.

Die Römer Lösung

In Rom lässt Bürgermeisterin Virginia Raggi aufhorchen, als sie am Montag eine Maßnahme gegen die Verunreinigung durch Masken ankündigt. Künftig drohen in Italiens Hauptstadt 500 Euro Strafe, wenn man seine Schutzmaske nicht ordnungsgemäß entsorgt. Damit reagiert die Römer Stadtchefin auf eine Klage der italienischen Müllentsorgungsgesellschaft, wonach immer mehr Masken, Handschuhe, etc. auf der Straße landen. Es ist ein Problem, dass auch der Verfasser dieses Berichts aus seinem Lebensumfeld in Wien Liesing kennt. Was hält der Wiener Bürgermeister von Geldstrafen für weggeworfene Masken? Sollen in Wien künftig auch 500,- Euro Bußgeld für diese Tat eingehoben werden?

Die Wiener Antwort

Das Bürgermeisterbüro sagt dazu am Dienstag: “Wir sind nicht Rom”. Das Wegwerfen von Abfall auf der Straße sei in Wien prinzipiell nicht zulässig. Darüber hinaus gäbe es eine klare Gesetzeslage, die in der Reinhalteverordnung festgelegt sei – und da wären  für Schutzmasken “keine Ausnahmen vorgesehen”.

Die Rechtslage

Aus der Magistratsabteilung 48 heißt es dazu, dass weggeworfene Schutzmasken ebenso wie Hundekot, Zigarettenstummel und Bananenschalen als Verunreinigung des öffentlichen Raumes geahndet werden. Die Strafe dafür beläuft sich auf 50,- Euro Organmandat und wird von den sogenannten Wastewatchern verhängt. Sie kann jedoch bis zu 2000,- Euro ausfallen, wenn es zu einer Anzeige kommt. Grundlage dafür sei das Wiener Reinhaltegesetz. Derzeit gäbe es auf Wiens Straßen 50 hauptberufliche Wastewatcher, denen rund 400 nebenberufliche Mitarbeiter/-innen der Ma48 und Ma42 zur Seite stehen. Darüber hinaus gäbe es in Wien ca. 29.000 öffentliche Mistkübel, in die man seine Maske entsorgen könne. Bei schwerwiegenden Verunreinigungen des öffentlichen Raumes sei überdies das Misttelefon unter der Nummer 01 546 48 erreichbar. Aber wie schaut es bei fahrlässig entsorgten Masken bezüglich Hygiene aus – gefährden sie unsere Gesundheit?

Der Gesundheitsaspekt

Auf diese Frage antwortet die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit AGES: “Abfälle, die in Haushalten anfallen und mit dem Corona-Virus verunreinigt sein könnten (z. B. Taschentücher, Mund-Nasen-Schutz), stellen kein höheres Infektionsrisiko dar. Sie können im Restmüll entsorgt werden. Das SARS-CoV-2-Virus gehört zu den behüllten Viren und ist deshalb gegenüber Umwelteinflüssen sehr empfindlich.”

Die Kunst Aktion

Und auch erste künstlerische Bearbeitungen von Masken im öffentlichen Raum scheinen dieser Tage im Netz auf. “Mir ist im März aufgefallen, dass sich das Stadtbild ein bisschen verändert, weil plötzlich Masken auf der Straße liegen”, sagt Meike Randow. Die Wahlwienerin postet Masken im öffentlichen Raum auf ihrem Instagram-Account /meike.randow. Die Insta-Fotografin findet 500 Euro Strafe für Masken und anderen Abfall auf der Straße zu hoch angesetzt. Sie wünscht sich lieber Aufklärungsarbeit, damit Menschen ihre Corona-Schutzausrüstung künftig sachgemäß entsorgen.

(Bericht: toph / Fotocredit: Meike Randow)