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Schwieriger Zugang zum Schwangerschaftsabbruch Schwieriger Zugang zum Schwangerschaftsabbruch
Gesundheit

Schwieriger Zugang zum Schwangerschaftsabbruch

Ungewollt Schwangere haben stärker als sonst mit einem erschwerten Zugang zum Schwangerschaftsabbruch zu kämpfen.
Jelena Gucanin
Donnerstag, 23. April 2020
Verfasst am 23.04.2020 von Jelena Gucanin

Medizinische Eingriffe müssen aufgrund der Corona-Krise "akut und dringend" sein, um in öffentlichen Spitälern behandelt zu werden. Doch welche Folgen hat das für den Schwangerschaftsabbruch, der nicht als medizinischer Notfall gilt? Expert*innen beklagen seit Wochen einen erschwerten Zugang. Dr. Barbara Maier, Vorständin der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe des Wilhelminenspitals des KAV und Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Familienplanung (ÖGF), sagt im W24-Interview: "Dringend ist er aber natürlich dennoch."

Keine Möglichkeit, eine Schwangerschaft abzubrechen, gibt es in öffentlichen Spitälern in Tirol, Vorarlberg und dem Burgenland und äußerst begrenzt auch in den anderen Bundesländern. Viele Betroffene kommen daher nach Wien, um ihre ungewollten Schwangerschaften abzubrechen. Und das ist wegen der derzeitigen Ausgangsbeschränkungen, möglicher Gewaltbeziehungen und finanzieller Hürden auch nicht für alle möglich, warnen die Initiator*innen von Changes for Women, die eine Spendenaktion gestartet haben, um ungewollt Schwangeren einen Abbruch zu ermöglichen. (Alle Infos hier: http://changes-for-women.org/ ) In Österreich ist ein Schwangerschaftsabbruch schließlich nach wie vor eine Privatleistung.

Die Forderung der Expert*innen: die Mifegyne-Pille für den medikamentösen Schwangerschaftsabbruch verschreibungspflichtig auch in Apotheken auszugeben. Jeder niedergelassene Arzt/jede niedergelassene Ärztin solle das Rezept ausstellen dürfen. Das würde ungewollt Schwangeren den Zugang erleichtern. „Für die Frauen ist der medikamentöse Abbruch der schonendere Abbruch, er kann auch schon sehr früh durchgeführt werden", sagt Ärztin Maier. Das Ziel müsse auch nach Corona sein, dass allen Betroffenen der Zugang zu einem sicheren und legalen Schwangerschaftsabbruch ermöglicht wird, so Maier.