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Corona-Lockdown: Tschechien unter massivem Druck Corona-Lockdown: Tschechien unter massivem Druck
Gesundheit

Corona-Lockdown: Tschechien unter massivem Druck

Von nicht notwendigen Reisen nach Tschechien wird dringend abgeraten. Neuer Lockdown.
Hannes Huss
Mittwoch, 21. Oktober 2020
Verfasst am 21.10.2020 von Hannes Huss

Unser Nachbarland Tschechien - Prag und Wien sind Luftlinie nur 251 Kilometer entfernt, beide Städte sind wirtschaftlich, politisch und kulturell eng miteinander verbunden - ist aktuell besonders stark vom Coronavirus betroffen. Das österreichische Außenministerium rät derzeit von nicht dringend notwendigen Reisen nach Tschechien ab - es gibt aktuell eine partielle Reisewarung für Prag (Sicherheitsstufe 5).

Premierminister Andrej Babis und Gesundheitsminister Roman Prymula haben am Mittwoch einen neuen landesweiten Lockdown angeordnet - er gilt ab Donnerstag. Das Land fährt das öffentliche Leben komplett herunter. Es gelten strikte Ausgangsbeschränkungen, nur mehr Supermärkte, Drogerien und Apotheken dürfen offen haben.

Die Corona-Pandemie hat Tschechien besonders hart erwischt. Nun wurden die die einzelnen europäischen Länder hinsichtlich der Sars-Cov2-Pandemie genauer unter die Lupe genommen.

Spitzenreiter ist einer Auswertung des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) sowie deutscher und tschechischer Institutionen zufolge Tschechien mit 905,1 Fällen pro 100.000 Einwohner (Untersuchungszeitraum: 7. bis einschließlich 20. Oktober). Auf den Plätzen folgen Belgien (828,6), die Niederlande (553,4), Frankreich (426,8), Slowenien (379,8) und Spanien (341,1). Österreich liegt mit 188,8 unmittelbar hinter Polen und Portugal (jeweils 213,8) und Kroatien (200,6). Besser stehen Ungarn (168,4), Italien (159,0) und Deutschland (84,2) da. Am Geringsten betroffen sind gegenwärtig Estland (35,3), Finnland (51,7) und Griechenland (52,8).

In absoluten Zahlen haben sich die täglichen Neuinfektionen in Tschechien, wo am Dienstag fast 12.000 neue Fälle gemeldet wurden, binnen zwei Wochen mehr als verdoppelt. In Polen haben sie sich im selben Zeitraum auf zuletzt rund 9.300 Fälle sogar verdreifacht. In Österreich war ein Anstieg um die Hälfte - von etwas mehr als 1.000 auf über 1.500 - zu verzeichnen. Auf einem mit Österreich nicht direkt vergleichbaren Niveau, wenn man die jeweilige Landesgröße und Bevölkerungszahl berücksichtigt, sind auch die Zahlen in Deutschland besorgniserregend, wo der tägliche Zuwachs von knapp 4.000 auf fast 7.600 Neuinfektionen gestiegen ist. In Ungarn gab es dagegen nur einen moderaten Anstieg um rund ein Viertel auf rund 1.000 Neuinfektionen pro Tag.

Was die Anzahl der registrierten Fälle in den vergangenen 14 Tagen je 100.000 Einwohner betrifft, belegt Österreich in der EU den 15. Platz und schlägt sich damit - noch - passabel. (hh/APA)