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Wien-Bonus wird ausgeweitet Wien-Bonus wird ausgeweitet
Politik

Wien-Bonus wird ausgeweitet

Klubtagung: Die Wiener SPÖ will Wienerinnen und Wiener künftig nun in weiteren Bereichen bevorzugen.
Hannes Huss
Montag, 18. März 2019
Verfasst am 18.03.2019 von Hannes Huss

Die Wiener SPÖ hat in Frauenkirchen (Burgenland) ihre jährliche Klubtagung abgehalten. Während man am ersten Tag der Tagung höchst intern damit beschäftigt war, Neues für die Stadt auszuarbeiten, galt der zweite Tag der Präsentation der Ergebnisse. Es war dies die erste offzielle Klubtagung unter der Leitung von Bürgermeister Michael Ludwig und SPÖ Klubobmann Josef Taucher.

Wichtigste Neuerung: Nach der Einführung eines Wien-Bonus im Gemeindebau und im geförderten Wohnbau will die Stadt ihre Bewohner nun auch in anderen Bereichen bevorzugen: Konkret sollen bei der Vergabe von Lehrlingsplätzen und Jobs im Rathaus bzw. in stadteigenen Unternehmen Bewerber mit dem Hauptwohnsitz Wien bevorzugt werden. Auch bei Aufträgen der Stadt sollen prioritär Wiener Firmen zum Zug kommen.

Man verstehe sich als "Wien-Partei" und wolle sich insofern zuerst auch um die Bedürfnisse der Wienerinnen und Wiener kümmern, meinte Bürgermeister Michael Ludwig bei der Pressekonferenz. Gleichzeitig betonte Ludwig auf Nachfrage, dass bei der Bevorzugung der eigenen Einwohnerschaft freilich sämtliche rechtliche Rahmenbedingungen - etwa EU-Richtlinien - eingehalten werden müssten. Nicht zuletzt deshalb werde man freilich auch weiterhin Menschen aus anderen Bundesländern oder Nicht-Österreicher einstellen.

Konkret geht es um rund 1.000 Lehrstellen pro Jahr - rund je die Hälfte direkt bei der Stadt bzw. bei Tochtergesellschaften. Hier sollen Interessenten mit Hauptwohnsitz Wien im Bewerbungsverfahren zuerst geprüft werden. Darüber hinaus betrifft die Ausweitung des Wien-Bonus - wobei Ludwig diesen Begriff heute selbst nicht in den Mund nahm - jährlich 3.000 Jobs sowie weitere 1.000 bei den Stadtwerken. Hier sollen Hauptstädter bei gleicher Qualifizierung bevorzugt werden.

Bei Firmenaufträgen will der Bürgermeister über die Ausschreibungsmodalitäten hiesigen Unternehmen einen Vorteil verschaffen. Gehen soll das etwa dadurch, dass ökologische Kriterien wie kurze Anfahrtswege bei der Bewertung eine Rolle spielen sollen. "Wenn wir als Stadt Gemüse kaufen, werden wir schauen, dass Wiener Landwirte zum Zug kommen", nannte der Bürgermeister ein Beispiel. (red/hh )

Mehr zur Klubtagung sehen Sie in einer der nächsten Folgen von "Unterwegs mit Bürgermeister Michael Ludwig" auf W24.

Bild: Christian Fürthner