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Ludwig will Medien-Spielregeln neu denken Ludwig will Medien-Spielregeln neu denken
Politik

Ludwig will Medien-Spielregeln neu denken

Das aktuelle Inseratenbudget für Medien soll laut dem Stadtchef aber nicht angetastet werden.
Hannes Huss
Donnerstag, 11. Oktober 2018
Verfasst am 11.10.2018 von Hannes Huss

Die Tageszeitung Österreich und die Wiener Linien haben ihren Konflikt um Gratis-Entnahmeboxen bei U-Bahn-Stationen beigelegt und einen Vergleich geschlossen. Genau das hat die Konkurrenz – etwa die Kronenzeitung - auf den Plan gerufen, diesen zu torpedieren und auch die Stadt Wien in diesem Zusammenhang zu kritisieren. Bürgermeister Michael Ludwig hat nun diesen Anlassfall hergenommen, die Kooperation und die Inseratenvergabe künftig überhaupt neu zu denken.

Ludwig hat am Donnerstag im Rathaus angekündigt, die Spielregeln für die Informationstätigkeit der Stadt und damit auch der Vergabe von Inseraten neu zu definieren. Es solle ein "sehr transparentes Konzept" entwickelt werden, versprach er. Das Ziel sei, die Bewohner Wiens zu informieren - aber auch journalistische Qualität sicherzustellen.

"Keine Geheimverhandlungen"

Gleichzeitig betonte er, dass er sich nicht von einzelnen Medien unter Druck setzen lasse. Die Stadt - und auch er selbst - waren zuletzt im Zusammenhang mit dem Vergleich zwischen den Wiener Linien und der Mediengruppe Österreich kritisiert worden - vor allem in der Konkurrenzzeitung "Heute" bzw. in der "Kronen Zeitung". Ludwig betonte im Gespräch mit Journalisten, dass er sich in das Verfahren nicht eingemischt habe und er sich an der herrschenden "Konkurrenzsituation" nicht beteiligen wolle. "Ich möchte mir nicht unterstellen lassen, dass ich mit irgendwelchen Medien Geheimverhandlungen führe", erklärte er.

Er sei "befremdet" darüber, dass der Versuch gemacht werde, ihn persönlich hier hineinzuziehen. Da er aber ohnehin eine generelle Unzufriedenheit der Medien mit der Informationspolitik der Stadt orte, würden nun die Rahmenbedingungen geändert: "Es wird neue Spielregeln geben in der Kooperation mit Medien." Gemeinsam mit Experten - auch aus dem Medienbereich - sowie mit den Grünen sollen die Richtlinien bis Anfang 2019 erarbeitet werden.

"Wir müssen schauen, dass wieder Zufriedenheit einkehrt in der Medienwelt", sagte der Bürgermeister. Und er stellte klar, dass es einen Sinn mache, jene Medien zu stärken, "die journalistische Qualität garantieren". Gerade in Zeiten von Social Media sei es wichtig, dass Nachrichten von sicheren Quellen kämen. Wien wolle transparent informieren und es sei in seinem Interesse, klassische Medien zu unterstützen. Zusatz: "Wenn es gewünscht ist, ich möchte mich aber auch nicht aufdrängen." (APA/hh)