Asbest-Asphalt: Stadt Wien wird Hinweisen nachgehen
Die Nachweise von Asbest breiten sich weiter aus und haben nun scheinbar auch die Bundeshauptstadt erreicht: Greenpeace hat am Mittwoch in einer Aussendung bekannt gegeben, dass nach Hinweisen aus der Bevölkerung auf Straßen in Wien und Umgebung Asphalte mit der einstigen "Wunderfaser" gefunden worden sind. Die Stadt Wien reagierte umgehend. Die Abteilung Straßenverwaltung und Straßenbau (MA 28) kündigte an, dass "allen Hinweisen nachgegangen" wird.
"Die von Greenpeace vorgebrachten Hinweise auf mögliche Asbestbelastung auf Straßen werden von der Stadt Wien selbstverständlich ernst genommen und sorgfältig geprüft", hielt der stellvertretende Leiter der MA 28, Wolfgang Ablinger, fest. Grundsätzlich sei der Einbau asbesthaltiger Materialien im Straßenbau unzulässig. Trotzdem: Laut Greenpeace wurden bei zwei von insgesamt acht betroffenen Straßen verdächtige Einschlüsse im Labor getestet und das Ergebnis lautete "nahezu reinen, hoch krebserregenden Amphibolasbest", schrieb die NGO.
Laboruntersuchungen folgen
Die Stadt Wien teilte indes mit, dass bereits vor einigen Wochen – nach dem Bekanntwerden der Fälle im Burgenland – ein neues, klares Prozedere eingeführt worden sei: Bei jedem Straßenbauprojekt der MA 28, bei dem ein Straßenaufbruch erfolgt, wird im Rahmen der Erstellung der Ausschreibungsunterlagen der bestehende Straßenkörper auf das Vorhandensein von Asbest hin untersucht. Ebenso wurde festgehalten: "Bei aktuellen Bauvorhaben der MA 28 kommt kein asbestbelastetes Gesteinsmaterial zum Einsatz, der Einbau derartiger Materialien kann ausgeschlossen werden."
Bei den nun gemeldeten Verdachtsflächen auf Wiener Gemeindegebiet - Greenpeace schätzt, dass die dort verwendeten Asphalte zu ein bis fünf Prozent aus Asbest bestehen - wurden umgehend umfangreiche Laboruntersuchungen durch eine akkreditierte Prüfanstalt veranlasst. Weitere mögliche Schritte hängen von den Ergebnissen ab. "Bei fest gebundenen Materialien – wie etwa in intakten Asphaltbelägen – muss während des Betriebes nicht automatisch von einer unmittelbaren Gefahr ausgegangen werden", hieß es weiter.
Stadt nimmt Hinweise auf Asbestbelastung ernst
"Die schnelle Reaktion und gesetzten Maßnahmen der Stadt Wien zeigen, dass die Asbestbelastung hier ernst genommen wird. Das Burgenland sollte sich daran ein Beispiel nehmen", lautete die Reaktion von Stefan Stadler, Sprecher des Investigativ-Teams bei Greenpeace Österreich. Die Wiener Grünen forderten von der Stadtregierung zudem auch einen Plan, wie sie die wiederkehrenden gesundheitsschädlichen Belastungen durch Straßenstäube systematisch erfasst, überprüft und beseitigt.
Greenpeace hat seit Aufdecken des "Asbest-Skandals" nach eigenen Angaben mehr als 300 Meldungen aus der Bevölkerung von Asbestfunden in Vorgärten, Straßen, Kinderspielplätzen, Krankenhäusern, Siedlungsstraßen und Wegen erhalten. Deswegen können ab sofort mittels Online-Formular bei Greenpeace Asbestfunde gemeldet werden. Nach einer Prüfung werden die gemeldeten Verdachtsflächen auf der interaktiven Karte dargestellt. (APA)
Bild: Greenpeace