Wiens Erzbischof Grünwidl lud Papst nach Österreich ein
Wiens Erzbischof Josef Grünwidl hat seinen "Antrittsbesuch" im Vatikan gleich dazu genutzt, Papst Leo XIV. persönlich nach Österreich einzuladen. Allerdings sei er sich auch dessen bewusst, "dass wir in Österreich weltkirchlich gesehen zahlenmäßig eine sehr kleine Kirche sind", sagte Grünwidl nach seiner Privataudienz gegenüber "Kathpress". Zuletzt hatte auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen den Papst zu einem offiziellen Besuch eingeladen.
"Ich habe die Einladung wiederholt und dem Papst gesagt, dass wir uns sehr freuen würden, wenn er nach Österreich kommt", sagte der Wiener Erzbischof in Rom. Nur rund drei Promille der Katholiken weltweit lebten in Österreich. Zugleich könne man aber schon auch hinzufügen, dass die Bedeutung von Wien und Österreich für Europa sicherlich höher zu bewerten sei. Für die Einladung habe sich der Papst bedankt, aber sich nicht weiter dazu geäußert, so Grünwidl: "Mein Eindruck ist, dass Österreich jetzt nicht ganz oben auf seinen Reiseziel-Listen steht."
Kardinalswürde fraglich
Darauf angesprochen, dass er als Wiener Erzbischof von vielen auch als künftiger Kardinal gehandelt wird, meinte Grünwidl, er wisse nicht, welchen Kurs Papst Leo im Blick auf Kardinalsernennungen fahren wird. Dessen Vorgänger, Papst Franziskus, habe befunden, dass das Kardinalskollegium immer noch europäisch überrepräsentiert sei und nicht mehr der Realität der Weltkirche entspreche. Er persönlich finde es klug, "dass man im Kardinalskollegium versucht, die Realität der Weltkirche abzubilden". Aber das sei eine Entscheidung, die Papst Leo zu treffen hat.
Im Interview mit dem ORF fügte Grünwidl hinzu, dass er persönlich jedenfalls keine Ambitionen auf die Kardinalswürde habe: "Kardinal zu sein bedeutet, öfter auch in Rom zu sein, und ich bin in Wien wirklich ausgelastet." (APA)