Ottakring: Stadt Wien schiebt "Parkplatzabzocke" Riegel vor
Einem neuen Fall von "Parkplatzabzocke" hat die Stadt Wien mit ihrer Magistratsabteilung 51 (Sport Wien, MA 51) jetzt einen Riegel vorgeschoben. Denn ein findiger, auf solche Verfahren spezialisierter Rechtsanwalt hatte eine Möglichkeit gefunden, Parker auf dem Sportplatzgelände des SV Dinamo Helfort in der Kendlerstraße zur Kassa zu bitten, obwohl solchen Machenschaften seit Jahresbeginn gesetzlich ein Ende bereitet wurde. Als Verpächter reagierte die Stadt nun.
Der Anwalt drohte laut Berichten in mehreren Medien einem Mann, der seinen Sohn zu einem Nachwuchsmatch gebracht hatte und ihn auf dem Gelände aussteigen ließ, mit einer Unterlassungsklage. Der früheren Praktik, Briefe mit der Androhung von Besitzstörungsklagen zu verschicken, hat der Gesetzgeber ja mit Jahresbeginn das Ende gesetzt. Daher sah der Jurist nun die Möglichkeit der Unterlassungsklage. Gefordert wurden, wie vor der Gesetzesänderung, mehrere hundert Euro, wenn man sich ein Strafverfahren ersparen wolle, das noch weit mehr ins Geld gehe.
Laut dem zuständigen Sportstadtrat Peter Hacker (SPÖ) wird das Tor zur Einfahrt der Sportanlage verschlossen. "Eltern, die ihre Kinder zu Trainingseinheiten und Spielen bringen, können zum Ein- und Aussteigen kurz vor dem Einfahrtstor halten", hieß es am Mittwoch in einer Aussendung. Für einen längeren Aufenthalt auf der Sportanlage biete sich eine öffentliche Anfahrt über den Schnell- und U-Bahnhof Ottakring an. Gemeinsam mit dem SV Dinamo Helfort habe man zudem eine Lösung erwirkt: "Alle Verfahren werden mit sofortiger Wirkung eingestellt bzw. rückabgewickelt", hieß es. (APA)