Zoo Schönbrunn baut riesige Fledermausanlage im neuen Regenwaldhaus
Während es draußen noch bitterkalt ist, wächst im Tiergarten Schönbrunn ein Stück Regenwald heran. Nach 20 Jahren wird das Regenwaldhaus saniert und heuer mit einem neuen Konzept wiedereröffnet. Es entsteht eine tropische Erlebniswelt, die die ökologische Bedeutung des Regenwaldes vermittelt. Zu den tierischen Neuheiten zählen die von der Ausrottung bedrohten Chinesischen Schuppentiere. Gleich daneben entsteht eine über acht Meter hohe Fledermausanlage.
"Wir erleben hier den Regenwald bei Nacht. Im Mondlicht, umgeben von Nebelschwaden, blicken wir über ein Gewässer hinweg direkt in den Regenwald und können die faszinierenden Blumenfledermäuse beobachten", sagte Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck am Donnerstag per Aussendung. In diesem Bereich des Regenwaldhauses seien Tag und Nacht bewusst umgekehrt, damit die nachtaktiven Tiere während der Besuchszeit aktiv erlebt werden können. Der Rohbau der Anlage aus Stahl und Beton lässt ihre Dimensionen bereits erahnen.
Blumenfledermäuse warten auf den Umzug
Aktuell sind die Blumenfledermäuse im Terrarienhaus untergebracht und gewissermaßen bereit für den Umzug. Im südamerikanischen Regenwald zählen sie zu den wichtigsten Bestäubern: Pro Nacht besuchen sie bis zu 1.000 Blüten, um Nektar und Pollen aufzunehmen, und bestäuben dabei zahlreiche Pflanzenarten.
"Im Regenwaldhaus werden die Besucherinnen und Besucher dieses faszinierende Verhalten aus nächster Nähe beobachten können. Blumenfledermäuse sind nur etwa so groß wie Mäuse, doch ihre Zunge ist eineinhalbmal so lang wie ihr Körper. An speziellen Nektartränken werden sie - ähnlich wie Kolibris - in der Luft schwirren, Nahrung aufnehmen und anschließend wieder im Dunkel des Regenwaldes verschwinden", erzählte Kurator Anton Weissenbacher. (APA)
Bild: Daniel Zupanc