Wiener Linien: Straßenbahn- und Buslinien sollen schneller werden
Staus, Falschparker, rote Ampeln: Öffi-Fahrgäste in Wien sind Fahrtunterbrechungen gewöhnt. Nun will die Stadt ihre Straßenbahn- und Buslinien beschleunigen, wie es in einer Aussendung der Wiener Linien am Mittwoch hieß. Dafür sollen unter anderem mehr Grün-Wellen und Spuren für Bim und Bus eingerichtet werden. Die Strafe für Falschparker, die Öffis blockieren, ist mit Jahresbeginn von 365 Euro auf 467 Euro gestiegen. Zunächst werden aber alle Linien "genau analysiert".
Dabei werden "mögliche Beschleunigungspotenziale" der 29 Bim- und 135 Buslinien untersucht. Der zweite Schritt ist dann die Umsetzung der gewonnenen Erkenntnisse: "Genau dort werden dann gezielt Maßnahmen gesetzt. Damit jene Fahrgäste, die sich für U-Bahn, Straßenbahn und Bus entscheiden, schneller vorankommen", sagte Wiener-Linien-Geschäftsführerin Alexandra Reinagl. Bereits in den nächsten Wochen könne man Maßnahmen bekanntgeben, erklärte Kathrin Schmidt, Sprecherin der Wiener Linien, auf Anfrage der APA. Wann genau erste Verbesserungen für die Fahrgäste auch tatsächlich spürbar sind, ist aber noch nicht abzuschätzen.
Mehr grüne Wellen und eigene Öffi-Spuren geplant
Bim und Bus sollen nach Möglichkeit nur mehr an der Haltestelle halten und ansonsten auf der Strecke zügig fahren können. Geplant sind unter anderem weitere Ampelbevorrangungen und grüne Wellen, sowie die Beseitigung von besonders anfälligen Falschparker-Hotspots. Außerdem ist vorgesehen, Abbiegespuren anzupassen und zusätzliche Spuren für Straßenbahnen und Busse zu schaffen.
Die Weichen für das Vorhaben werden laut Wiener Linien am heutigen Mittwoch im Gemeinderat gestellt. "Schon jetzt legen die Wienerinnen und Wiener 34 Prozent ihrer Alltagswege mit den Öffis zurück - und wir wollen diesen Anteil weiter erhöhen. Entscheidend ist, dass man mit den Öffis schnell und zuverlässig ans Ziel kommt", sagte Verkehrsstadträtin Ulli Sima (SPÖ). Man wolle die Legislaturperiode nutzen, um den öffentlichen Verkehr "maximal" zu beschleunigen.
Auch der pinke Koalitionspartner lobt das gemeinsame Vorhaben: "Freie Fahrt für Bus und Bim bedeutet dabei weniger Verzögerungen, kürzere Fahrtzeiten, sichere Verbindungen und eine höhere Leistungsfähigkeit", erklärte die NEOS Wien Klubvorsitzende Selma Arapović.
Falschparken seit Jahresanfang teurer
Laut Wiener Linien schalten bereits jetzt drei Viertel aller von Öffis genutzten Ampeln in Wien für Bus und Bim auf Grün. 2024 seien 40 neue Bevorrangungen dazugekommen. Über die Hälfte der Straßenbahnstrecken verlaufe auf vom Normalverkehr getrennten Gleisen. Ein besonders großes Ärgernis für die Öffi-Fahrgäste seien demnach Falschparker. Im Schnitt vier Mal pro Tag werden Busse und Straßenbahnen von falsch abgestellten Pkw blockiert. Gab es 2010 noch 3.600 Öffi-Blockierer, habe sich die Zahl in den vergangenen Jahren bei rund 1.500 eingependelt - "dank konsequenter Maßnahmen", wie das städtische Unternehmen betonte.
Für Falschparker, die eine Straßenbahn oder einen Bus blockieren, wurden die Strafen dennoch erhöht. Seit dem 1. Jänner werden 467 Euro fällig. "Wer Öffis blockiert, blockiert Fahrgäste, die umweltfreundlich unterwegs sind", kommentierten die Wiener Linien die Erhöhung, die auch dem angeschlagenen Budget der Bundeshauptstadt zugute kommt. (APA)