250 Jahre Burgtheater: "Jetzt spricht die Bühne" mit Technikshow
Wie viele Scheinwerfer hängen im Schnürboden des Burgtheaters? Wie wurde vor dem Einbau der Tonanlage ein Donner simuliert? Und warum verfügt die Zylinderdrehbühne über ein Patent? Fragen wie diese beantwortet das Burgtheater anlässlich des 250-Jahr-Jubiläums im Rahmen einer Technikshow, die am Mittwoch um 18 und um 20.30 Uhr auf dem Programm steht. Unter dem Titel "Jetzt spricht die Bühne!" erwartet das Publikum eine charmante Ich-Erzählung aus dem Herzen des Theaters.
Hat das Volkstheater unter Kay Voges die Bühnentechnik nach der Generalsanierung des Hauses 2021 mit Ernst Jandls "Der Raum. Szenisches Gedicht für Beleuchter und Tontechniker" als multimediales Ballett in Szene gesetzt, setzt das Burgtheater nun auf ein moderiertes Schaulaufen durch die Geschichte des Hauses. Nach einer Begrüßung durch Burg-Direktor Stefan Bachmann und Schauspielerin Caroline Peters tritt Zeynep Buyraç als Alter Ego der Bühne in Aktion und beleuchtet die Entwicklungen von den Anfängen 1776 im Ballhaus am Michaelerplatz bis zur Hightech-Maschine von heute.
Legendäre Stimmen und digitale Innovationen
Dabei berichtet die Schauspielerin in schwarzer Robe aus Bühnen-Sicht von Bombentreffern und Wiederaufbau, von legendären Stimmen und digitalen Innovationen. Während der Apparat arbeitet, erfährt man etwa, dass sich die Lichtstimmung im Zuge einer Vorstellung bis zu 200 Mal verändert oder wie eng die Bühnenarbeiter mit den Schauspielenden im Laufe einer Vorstellung interagieren. Realisiert wurde die Zeitreise von Theresa Jarczyk auf Basis eines Konzepts von Jeroen Versteele.
Um auch das sonst Unsichtbare sichtbar zu machen, gibt Karl Heindl, Leiter des Publikumsdienstes und seit 40 Jahren am Haus, in einer Videoeinspielung Einblicke in das Leben unter und über der Bühne. Mit Zeitrafferaufnahmen von Bühnenauf- und abbauten von aktuellen Produktionen wie "Liliom", "Burgtheater" oder "Das Ferienhaus" wird die routinierte Präzisionsarbeit der Bühnenmitarbeiter sichtbar gemacht. Doch auch dem Geschehen auf der Bühne wird Rechnung getragen: Markus Meyer singt ein Couplet aus Nestroys "Zu ebener Erde und Erster Stock", Rebecca Lindauer aus "Gullivers Reisen" schwebt durch die Luft und gibt "Wollt ihr wie Riesen sein" zum Besten. Und am Ende wird deutlich: Diese Bühne hat schon viel gesehen - und geleistet. (APA)