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Kälte: Zwei Männer in Wien erfroren Kälte: Zwei Männer in Wien erfroren
Soziales

Kälte: Zwei Männer in Wien erfroren

Caritas verweist auf das Kältetelefon und bittet, es weiter zu benutzen.
W24 Redaktion
Donnerstag, 15. Jänner 2026
Verfasst am 15.01.2026 von W24 Redaktion

Zwei Männer sind bei der derzeitigen Kältewelle in den vergangenen Tagen in Wien erfroren. Beide wurden von den Streetworkteams der Caritas gefunden. Am Samstag entdeckten sie einen Obdachlosen in kritischem Zustand in der Frauenstiftgasse in Floridsdorf, er wurde ins Krankenhaus gebracht. Der 57-jährige Österreicher starb dort. Am Sonntag fanden Streetworker einen Mann reglos im Martin-Luther-King-Park in Favoriten, die Rettung konnte nur noch den Tod des Mannes feststellen.

Seine Identität ist noch nicht geklärt. Die Ermittlungen laufen, sagte eine Polizeisprecherin am Donnerstag der APA. Zuerst hatte die "Heute" über die Todesfälle berichtet.

Sozialarbeiter kannten die beiden Verstorbenen. Nach Angaben des Fonds Soziales Wien (FSW) gab es immer wieder Kontaktaufnahmen mit ihnen, die Männer wollten aber in keine Notschlafstelle. "Es macht uns tief betroffen, dass die beiden obdachlosen Männer verstorben sind", sagte Markus Hollendohner, Leiter der Obdach- und Wohnungslosenhilfe im FSW in einer Aussendung. "Die eisigen Temperaturen der letzten Tage haben das Leben auf der Straße noch einmal verschärft. Leider ist es nicht immer möglich, dass die betroffenen Menschen auch Hilfe annehmen können, die Gründe dafür sind vielfältig", sagte er und dankte den Streetworkern, die tagtäglich in der Bundeshauptstadt unterwegs sind.

"Wir sind sehr betroffen und traurig", schrieb auch Caritas-Wien-Direktor Klaus Schwertner am Donnerstag auf Facebook. Er verwies auf das Kältetelefon. Dieses verzeichnete zuletzt bis zu 350 Anrufe pro Tag. Allein 8.000 Anrufe habe es in Wien in diesem Winter bereits gegeben. Dadurch "konnten wir gemeinsam mit euch, Rettung und Polizei dutzende obdachlose Menschen in den letzten drei Wochen vor dem Kältetod retten", schrieb der Caritas-Direktor auf Facebook. Er appellierte, das Kältetelefon (01/480 45 53) weiterhin zu nutzen. Niederschwelliger ist eine Meldung über die KälteApp des FSW. Eine Meldung kann unkompliziert in drei Schritten ohne Registrierung gemacht werden, Straßensozialarbeiter suchen dann die Betroffenen auf. Allein im Dezember gingen hier 460 Meldungen ein. Bei medizinischen Notfällen ist die Rettung unter 144 erreichbar.

Menschen mit Körpertemperatur von 34 Grad gefunden

Laut Schwertner gab es in den vergangenen Wochen bereits mehrfach gefährliche Situationen. "In mehr als einem Dutzend Fälle haben wir buchstäblich in letzter Minute dank Hinweise über das Kältetelefon" Obdachlose noch rechtzeitig gefunden und ins Krankenhaus einliefern lassen, "teilweise mit einer Körpertemperatur von 34 Grad", sagte Schwertner zur APA. Sie konnten stabilisiert werden. "In mehreren 100 Fällen haben wir Menschen in Notquartiere vermitteln können", sagte der Caritas-Direktor.

Er betonte ebenso wie der FSW, dass es genug Schlafplätze gibt, zuletzt wurden sie nochmals aufgestockt. In Wien gibt es rund 1.000 Schlafplätze im Rahmen der städtischen Winternothilfe. Neben 13 Notquartieren stehen bis Ende April auch drei Wärmestuben zur Verfügung. "Es wird alles unternommen, dass niemand abgewiesen werden muss", sagte Schwertner. Auch er verwies darauf, dass es Gründe gebe, warum Menschen draußen schlafen, etwa psychische Erkrankungen, schlechte Erfahrungen oder weil sie es schwer aushalten, mit so vielen anderen Personen in einem Raum zu schlafen.

Weiterhin eisige Temperaturen in Wien

Dass zuletzt Menschen auf der Straße erfroren sind, "ist einige Jahre her", sagte Schwertner zur APA. Im Dezember 2019 war ein irakischer Asylwerber auf der Straße in Ottakring tot aufgefunden worden, er war erfroren.

In Wien halten die eisigen Temperaturen jedenfalls weiter an. Für nächste Woche werden Höchstwerte um null Grad erwartet. Auch bei Temperaturen um die null Grad können obdachlose Menschen an Unterkühlung sterben, warnte Schwertner. "Ruft uns weiterhin an", appellierte der Caritas-Direktor. Streetworker suchen die Betroffenen dann mit winterfesten Schlafsäcken, Isomatten, warmer Kleidung und warmem Tee auf und begleiten die Personen in Notquartiere. (APA)