Trotz Vaterverbot: Ke'rem kämpft für seine Musik
Seine Stimme war nie das Problem – aber dass er sie benutzen durfte, schon. „Ich weiß bis heute nicht, was ich Schlimmes getan habe“, erzählt Kerem Karaköse im Interview mit W24-Musikexperte Peter Schreiber. „Ich wollte einfach nur singen.“ Doch genau das will sein strenger Vater nicht.
Schon als Kind singt Kerem gerne auf dem Rücksitz im Auto seiner Eltern, später auch in der Schule – etwa für eine CD-Aufnahme. So laut, dass sein Lehrer vorschlägt, er solle doch in den Schulchor gehen. Für seinen Vater ist das allerdings nichts, was ein Mann tun sollte: nicht singen, ernst sein, nicht lachen, nicht reden.
Doch Kerem gibt seine Leidenschaft nicht auf – er verfolgt sie heimlich. Er kauft sich ein USB-Mikrofon, versteckt sein Equipment im Kasten oder unter dem Bett – alles muss sich schnell wieder wegräumen lassen. „Ich kam mir ein bisschen vor wie ein verdeckter Spion“, sagt er mit einem leicht gequälten Lächeln. Seinen Vater will er nicht enttäuschen, aber seine Leidenschaft aufgeben? Das kann er auch nicht.
2016 bewirbt er sich bei „The Voice of Germany“ – und schafft es tatsächlich ins TV-Casting. Ihm ist klar, dass er sich nun seinem Vater stellen muss. Doch er tut es trotzdem. Die Konfrontation verläuft nicht so, wie er es sich erhofft hat …
Ke'rem folgt (wortwörtlich) seiner Stimme: Gerade hat er seine neue Single „Circles“ veröffentlicht – das Musikmachen hat er also nie aufgegeben. Mehr dazu im Video.