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VIMÖ feiert 10-jähriges Bestehen VIMÖ feiert 10-jähriges Bestehen
Gesellschaft

VIMÖ feiert 10-jähriges Bestehen

W24 hat bei VIMÖ (Verein Intergeschlechtlicher Menschen Österreich) nachgefragt, was sich in den letzten 10 Jahren für inter* Personen getan hat.
Martina Feichtinger
Mittwoch, 15. Mai 2024
Verfasst am 15.05.2024 von Martina Feichtinger

VIMÖ (Verein Intergeschlechtlicher Menschen Österreich ) will die Lebensqualität intergeschlechtlicher Menschen in Österreich verbessern. Intergeschlechtlich - kurz inter* - sind Menschen, deren sogenannte körperliche Geschlechtsmerkmale nicht in die starre binäre Normvorstellung von Mann und Frau passen. Dieses Jahr feiert der Verein sein 10-jähriges Bestehen.

Im Interview erzählt Tinou Ponzer, Obmensch von VIMÖ, warum es zur Vereinsgründung kam. „Wir haben uns vor 10 Jahren gegründet, weil es keine Anlaufstelle gab. Wir sind aus der Selbsthilfe heraus entstanden um einen Raum zu schaffen, wo Menschen sich kennenlernen können und darüber sprechen können, wie es ihnen ergangen ist.“
Mittlerweile gibt es mit der Beratungsstelle VarGes ein professionelles Betreuungsangebot für intergeschlechtliche Menschen, VIMÖ macht außerdem Workshops und Community Arbeit, aber auch Sensibilisierungsarbeit und politische Interessensvertretung.

So können seit 2019 in Österreich inter* Personen neben "Frau" und "Mann" zwischen vier weiteren Geschlechtseinträgen wählen: divers, inter, offen sowie Streichung des Eintrags. Notwendig ist dafür allerdings ein fachärztliches Gutachten. Diese Hürde „müsse fallen. Dass man mit einer Diagnose beweisen muss, intergeschlechtlich zu sein um diesen Eintrag zu bekommen, muss sich schleunigst ändern,“ so Ponzer. Für VIMÖ ist klar, dass Intergeschlechtlichkeit kein medizinisches Problem ist. Deshalb ist eine weitere Forderung des Vereins das Verbot von nicht notwendigen Operationen an intergeschlechtlichen Kindern.

Auch wenn sich in den letzten 10 Jahren viel getan hat, ist Intergeschlechtlichkeit nach wie vor ein Tabuthema und es gibt nur wenig Wissen in der Gesellschaft. „Wenn ich sage es geht um 1,7% (Anm. intergeschlechtliche Menschen in der Bevölkerung) ist das vielleicht eine Minderheit, aber trotzdem haben alle Menschen mit intergeschlechtlichen Menschen zu tun. Die sind da und es weiß aber fast niemand Bescheid darüber.“ Was es in der Gesellschaft brauche, sei Aufklärung und Bewusstseinsbildung und da müsse man auch im Bildungssystem von Anfang an geschlechtliche Vielfalt vermitteln.

VIMÖ - Verein Intergeschlechtlicher Menschen Österreich: www.vimoe.at
VarGes - Beratungsstelle für Variationen der Geschlechtsmerkmale: www.varges.at
 
Fotocredit: VIMÖ