U2/U5: Die Tunnel für die neue Ausbaustufe sind gegraben
Die Tunnel für die nächste Ausbaustufe der Wiener U-Bahn sind nun allesamt gegraben. Nachdem die Tunnelvortriebsmaschine "Deborah" ihre finale Destination im Bezirk Neubau erreicht hat, gibt es nun auch auf der künftigen U2-Trasse eine durchgängige Verbindung. Der U5-Ast vom Rathaus zum Frankhplatz wurde bereits errichtet. Bis Züge durch die neuen Röhren brausen, wird es aber noch dauern. Die Abschnitte werden 2030 in Betrieb gehen.
Die imposante Bohrmaschine wurde am Freitag von Bürgermeister Michael Ludwig und Öffi-Stadträtin Ulli Sima (beide SPÖ) höchstpersönlich am Augustinplatz empfangen. Das Geschehen blieb vor den Augen von Passanten verborgen, da es sich in 35 Metern Tiefe abspielte. Dort wartete "Deborah" auf die prominenten Gäste. Zuvor hatte sie sich seit 2024 vom Matzleinsdorfer Platz ausgehend bis in den 7. Bezirk vorgearbeitet.
Schneidrad mit sieben Metern Durchmesser
Es handle sich um kein kleines Gerät, konstatierte Bürgermeister Ludwig. Tatsächlich verfügt die Maschine über ein Schneidrad von sieben Metern Durchmesser und wiegt 1.300 Tonnen. Insgesamt wurden 150.000 Kubikmeter Erde ausgehoben. Die Arbeiten seien bisher unfallfrei verlaufen, hob Ludwig hervor. Wie Gudrun Senk, die technische Geschäftsführerin der Wiener Linien erklärte, wurden die Tunnelwände gleich miterrichtet. Die Betonelemente der Innenschale - sogenannte Tübbing-Ringer - wurden ebenfalls von "Deborah" verbaut.
Das Ungetüm hat insgesamt 4,2 Kilometer zurückgelegt, wobei die Route nur 2,1 Kilometer lang ist. Allerdings wird die U2 in dem Abschnitt in zwei parallel verlaufenden Röhren unterwegs sein. Die weitere Strecke bis zum Rathaus, wo die neue U2-Trasse dann an die bestehende Strecke andocken wird, wurde bereits mit Baggern gegraben, wie die Wiener Linien erläuterten.
Nun folgt der weitere Ausbau, also das Legen der Gleise und die Fertigstellung der Stationen und ihres Umfeldes. In Zukunft werden die U2-Haltestellen Matzleinsdorfer Platz, Reinprechtsdorfer Straße, Pilgramgasse und Neubaugasse das Netz ergänzen. Am Augustinplatz wurde zwar ein großer Schacht gegraben, dort wird jedoch keine reguläre Haltestelle, sondern ein Notausstieg errichtet.
Am aktuellen Plan, das U2/U5-Linienkreuz 2030 zu eröffnen, hält man fest. "Es ist noch viel zu tun, wir sind aber gut im Zeitplan", beteuerte Stadträtin Sima. Geplant wird längst auch schon an den weiteren Verlängerungen. Die Vorbereitungen für die zweite Baustufe mit der U5 bis Hernals und der U2 bis Wienerberg laufen. Laut Sima sollen die Arbeiten 2028 beginnen. (apa)