Suchtmittel: Meiste Anzeigen in Wien
Die Polizei hat 2025 österreichweit rund 36.800 Anzeigen nach dem Suchtmittelgesetz registriert. Das waren um 1,4 Prozent weniger als 2024, wie das Bundeskriminalamt am Donnerstag in einem Pressetermin zur Suchtmittelkriminalität bekannt gab. Cannabis blieb mit 2,8 Tonnen die mengenmäßig am häufigsten sichergestellte illegale Droge. Bei den synthetischen Suchtmitteln gab es bei den Sicherstellungen das stärkste Plus gegenüber 2024. Die meisten Anzeigen gab es in Wien.
Dass die Anzeigen gesunken, die sichergestellten Mengen aber gestiegen sind, habe mit großen Einzelsicherstellungen zu tun, erklärte Daniel Lichtenegger, Leiter der Zentralstelle zur Bekämpfung der Suchtmittelkriminalität des Bundeskriminalamts. Bei der Einordnung der Zahlen sei außerdem zu beachten, dass sich Umfang und Schwerpunktsetzung polizeilicher Kontrollen und Ermittlungen auf das Anzeigenaufkommen auswirken. Die Zahl der Anzeigen habe immer Schwankungen: "Wir waren schon bei über 40.000, aber auch schon bei 20.000 Anzeigen - und das bei gleichem Personalstand", so Lichtenegger.
Meiste Anzeigen in Wien
Insgesamt machen Suchtmitteldelikte rund sieben Prozent der Gesamtkriminalität aus. Die meisten Anzeigen, nämlich gut 11.200, gab es in Wien - das waren rund 30 Prozent der Gesamtanzeigen. Die Zahl der Vergehen (Straftaten mit Androhung einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren) sank in Österreich um 1,6 Prozent auf 33.539. Jene der schwerwiegenderen Verbrechen (vorsätzliche Straftaten mit lebenslanger oder mit mehr als dreijähriger Androhung einer Haftstrafe) stieg hingegen um 1,6 Prozent auf 3.262 Anzeigen.
Fast 2.300 Personen wurden im Zusammenhang mit Suchtmitteldelikten festgenommen. Die größte Gruppe der Tatverdächtigen waren erneut Menschen zwischen 25 und 39 Jahren. Weniger Anzeigen gab es bei den 14- bis 24-Jährigen. Rund 42 Prozent der Tatverdächtigen hatten keine österreichische Staatsbürgerschaft, bei den schweren Verbrechen nach Suchtmittelgesetz waren es über 50 Prozent. Die Zahl der Drogentoten für das Jahr 2025 lag noch nicht vor, 2024 zählte das Gesundheitsressort 257 direkt drogenbezogene Todesfälle in Österreich.
2,8 Tonnen Cannabisprodukte sichergestellt
Wie in den Jahren davor, war auch 2025 Cannabis die am häufigsten sichergestellte Droge. Insgesamt wurden rund 2,8 Tonnen Cannabisprodukte sichergestellt (2024: 2,5 Tonnen) und 290 Cannabisplantagen entdeckt. Zudem wurden knapp 275 Kilogramm Kokain beschlagnahmt, rund 15 Kilogramm mehr als 2024.
Bei synthetischen Suchtmitteln wurden rund 37 Kilogramm Methamphetamin - um mehr als 200 Prozent mehr als 2024 - sowie knapp 113.600 Ecstasy-Tabletten - ein Plus von rund 350 Prozent - sichergestellt. Auch in diesem Bereich trugen große Einzelsicherstellungen zur starken Zunahme bei. Dieses Bild zeige sich laut Lichtenegger auch bei Ketamin. 259 Kilogramm der Droge wurden 2025 in Österreich beschlagnahmt. Auch andere Neue Psychoaktive Substanzen würden laufend beobachtet werden, da sich Wirkstoffe und Zusammensetzungen rasch verändern können. (apa)