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6.573 Kandidaten stellten sich Medizin-Aufnahmetest 6.573 Kandidaten stellten sich Medizin-Aufnahmetest
Bildung

6.573 Kandidaten stellten sich Medizin-Aufnahmetest

Deutlich mehr Bewerber für Zahnmedizin als zuletzt - Ansturm aus Deutschland lässt in Wien nach
W24 Redaktion
Freitag, 03. Juli 2026
Verfasst vor 1 Stunde von W24 Redaktion

13.248 Personen haben am Freitag am Aufnahmetest für das Medizinstudium teilgenommen. Sie bewarben sich dabei um einen von 1.950 Studienplätzen für Human- und Zahnmedizin an den Medizin-Unis Wien, Innsbruck und Graz bzw. an der Medizin-Fakultät der Uni Linz. Damit stehen um 50 Plätze mehr als zuletzt zur Verfügung. Stark zugenommen hat zuletzt das Interesse für Zahnmedizin. Zumindest in Wien ging die Zahl der Bewerber aus Deutschland zurück.

Die Anzahl der Testteilnehmer hat damit gegenüber dem Vorjahr um knapp 1.000 Personen zugelegt. Konkret traten in Wien 6.573 Personen an (für 784 Plätze), in Innsbruck 2.630 (für 430 Plätze), in Graz 2.321 (für 406 Plätze) und in Wels (wo für die Medizin-Fakultät in Linz geprüft wurde) 1.724 (für 330 Plätze). Wie üblich haben damit rund 80 Prozent der Angemeldeten auch tatsächlich den Test begonnen.

Bei diesem wird vor allem Wissen aus medizinrelevanten Fächern (v.a. Biologie, Chemie, Physik, Mathematik) und kognitive Fähigkeiten (u.a. Merkfähigkeit, Implikationen erkennen) abgefragt. Zehn Prozent des Ergebnisses hängen vom Testteil Textverständnis ab, ebenso viel vom Teil Emotionen erkennen und soziales Entscheiden. Kandidaten für das Zahnmedizin-Studium absolvieren statt des Textverständnis-Teils einen Drahtbiege-Test.

Nur zwei gewidmete Studienplätze mehr

Kaum ausgebaut wurde die Zahl der "gewidmeten" Studienplätze für Aufgaben im öffentlichen Interesse. Statt 85 wie im Vorjahr werden heuer 87 vergeben. Wer sich um einen davon bewirbt, muss beim Test eine geringere Punktezahl erreichen, aber im Gegenzug nach dem Abschluss eine gewisse Zeit bei einer öffentlichen Institution (Österreichische Gesundheitskasse, Verteidigungsministerium etc.) etwa als Kassen-, Spitals-, Militär- oder Amtsarzt arbeiten.

Mindestens 95 Prozent der Studienplätze in der Humanmedizin sind EU-Bürgerinnen und -Bürgern und mindestens 75 Prozent der Plätze Studienwerberinnen und -werbern mit einem österreichischen Maturazeugnis vorbehalten. Die Vizerektorin für Lehre an der Medizin-Uni Wien, Anita Rieder, machte dabei bei einer Pressekonferenz vor Testbeginn zumindest für ihre Uni einen Trend aus: Die Zahl der Bewerber aus dem EU-Ausland, also vor allem Deutschland, ist in den vergangenen Jahren zurückgegangen und liegt nur mehr bei etwas über zehn Prozent. Stark gestiegen ist das Interesse aus Österreich.

Deutlich mehr Zahnmedizin-Interessenten

Zweiter Trend laut Rieder: Nach Jahren relativ konstanter Bewerbungen in der Zahnmedizin stieg das Interesse an diesem Fach in den vergangenen beiden Jahren um rund 30 Prozent.

Die Zahl der Medizin-Studienplätze an den öffentlichen Unis wird übernächstes Jahr erneut leicht erhöht und dann bei 2.000 liegen - damit ist das geplante Ausbauprogramm dann aber beendet. Dazu kommen noch knapp 500 Plätze an privaten Medizin-Unis in Österreich.

ÖH will Test evaluieren statt abschaffen

Immer wieder wurde in den vergangenen Jahren von der Politik ein Ausbau der Studienplätze bzw. gar ein Ende des Aufnahmetests gefordert. Heuer ist zumindest letzteres nicht mehr der Fall. Die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) übt zwar weiter Kritik am Verfahren, will dieses aber evaluieren und soziale Hürden beseitigen. "Wer aus nicht-akademischen Haushalten kommt, wird systematisch benachteiligt. Statt sozialer Filter bei der Zulassung müssen wir Ausgleichsmechanismen schaffen - damit alle Bewerber_innen eine faire Chance haben", hieß es zuletzt in einer Aussendung. Der Staat müsse Geld in die Hand nehmen und einen sozial gerechten Zugang sicherstellen.

Zur Sicherstellung des Ärztebedarfs will die Ärztekammer statt am Beginn vor allem nach Abschluss des Studiums ansetzen. Die Spitalsträger - und damit die Politik - würden den Absolventinnen und Absolventen anschließend zu wenige Ausbildungsstellen anbieten. Stattdessen müssten sie monatelang auf Wartelisten verbringen. (APA)