Preis für Fairness: Schauspielhaus Wien ist „zeitgemäßes Theater“
Das Schauspielhaus Wien darf sich "das zeitgemäße Theater der Saison 2025/26" nennen. Diesen Titel hat eine Jury im Auftrag des im Vorjahr als "Wissensdrehscheibe" gegen Machtmissbrauch am Theater gegründeten Vereins das zeitgemäße Theater (dzth) vergeben - und zwar bereits vor dem Bekanntwerden der Nichtverlängerung des derzeitigen Leitungsteams, wie man betont. Die erstmals vergebene Auszeichnung ist mit 2.500 Euro dotiert.
Für den Preis konnten spezielle Bemühungen um transparente Kommunikation, respektvolle Zusammenarbeit und faire Produktionsbedingungen eingereicht werden. "Mit dieser Auszeichnung richten wir den Blick auf jene, die oft abseits öffentlicher Aufmerksamkeit wesentliche Entwicklungsarbeit leisten und damit Theater zukunftsfähig gestalten", hieß es am Montag von dzth-Vorständin Tine Wesp. Vom Leitungsteam des Schauspielhauses Wien (Marie Bues, Martina Grohmann, Tobias Herzberg und Mazlum Nergiz) wurden Maßnahmen für "Strukturelle Öffnung und Reorganisation der Arbeitsprozesse" eingereicht. Die Jury würdigte nun unter anderem neue Beteiligungsformate für Mitarbeitende, die stärkere Zusammenarbeit im Arbeitsalltag ermöglichen, die Arbeit einer Diversity-AG sowie Initiativen zur Verankerung transparenter Kommunikation und gemeinsamer Verantwortung im Arbeitsalltag.
Ausgezeichnet werde der Beitrag des Hauses "zu einer Theaterpraxis, die künstlerische Qualität und verantwortungsvolle Rahmenbedingungen auf vorbildliche Weise verbindet", so eine Aussendung. "Wir zeichnen das Schauspielhaus Wien aus, weil es auf beeindruckende Weise zeigt, wie eine Organisation gesellschaftliche Veränderungen nicht nur reflektiert, sondern aktiv in ihre eigenen Strukturen und Arbeitsweisen integriert" ließ die Jury verlauten. Sie bestand aus der Opernsängerin Annette Dasch, dem Schauspieler und Dozenten an der Otto Falckenberg Schule München Murali Perumal, der Schauspielerin Julia Riedler und Karoline Exner, der Dekanin der Fakultät Darstellende Kunst an der MUK (apa).