Erstes und vorerst letztes Supergrätzl eröffnet
Weniger Autos, mehr Grün und mehr Platz für Menschen: In Favoriten ist am Freitag Wiens erstes sogenanntes „Supergrätzl“ offiziell eröffnet worden. Das neugestaltete Viertel rund um die Herzgasse soll künftig für mehr Lebensqualität, mehr Verkehrssicherheit und kühlere Temperaturen im dicht verbauten Grätzl sorgen.
Das Gebiet zwischen Gudrunstraße, Quellenstraße, Leebgasse und Neilreichgasse wurde in den vergangenen Monaten umfassend umgebaut. Mehr als 7.000 Quadratmeter Asphaltflächen wurden entsiegelt und begrünt, mehrere Straßen verkehrsberuhigt und vom Durchzugsverkehr befreit. Insgesamt wurden 66 neue Bäume und 94 Grünflächen geschaffen.
Mehr Platz für Menschen statt Verkehr
Kern des Projekts ist die Verkehrsberuhigung. Mithilfe sogenannter Diagonalfilter wird der Autoverkehr innerhalb des Grätzls reduziert und wieder auf die umliegenden Hauptstraßen geleitet. Zufahrten für Anrainerinnen und Anrainer sowie Einsatzfahrzeuge bleiben weiterhin möglich.
Planungsstadträtin Ulli Sima bezeichnete das Projekt bei der Eröffnung als „internationales Vorzeigeprojekt“ nach dem Vorbild der Superblocks in Barcelona. Das Supergrätzl sei ein „Freiluft-Wohnzimmer für die Nachbarschaft“ geworden.
Auch Favoritens Bezirksvorsteher Marcus Franz zeigte sich begeistert. Das Projekt setze Maßstäbe bei Aufenthaltsqualität, Begrünung und Verkehrssicherheit – besonders für Kinder und Jugendliche rund um die Schule in der Herzgasse.
Allerdings wird das Supergrätzl Favoriten wohl erst mal das erste und auch einzige Supergrätzl der Stadt bleiben. Grund ist die finanziell angespannte Situation. Kleinere Umgestaltungen im Straßenraum sind zwar weiter angedacht. Eine so große Umgestaltung wie in Favoriten, wären aktuell aber zu teuer, heißt es von Seite der Stadt.