Rassismus: Verein ZARA droht nach Förderstopp das Aus
Die Anti-Rassismus-Beratungsstelle ZARA steht vor dem Aus. Die laut dem Verein wichtigste und größte Förderung durch das Familienministerium von Claudia Bauer (ÖVP) wurde nicht mehr gewährt, bestätigte ZARA einen Bericht des "Standard". 2025 lag die Förderung in etwa bei 330.000 Euro, hieß es zur APA. Auch im Büro von Bauer bestätigte man, dass die beantragte Förderung nicht gewährt werden könne, es müssten "in allen Bereichen Einsparungen vorgenommen werden".
Man könne bereits jetzt nur mehr eingeschränkte Beratungsleistungen anbieten, ab Juni müsse man den Betrieb komplett einstellen, sagte eine ZARA-Sprecherin zur APA. Seit acht Jahren sei der Verein vom Bund mitfinanziert worden, in den vergangenen Jahren durch das Familienministerium. Man habe das Absageschreiben für die Förderung Anfang April bekommen. Betroffen ist der Förderzeitraum ab 1. Jänner 2026, das bedeute, dass ZARA bereits in finanzielle Vorleistung habe gehen müssen. "Das ist der Grund, warum wir in ein finanzielles Defizit gekommen sind", so die Sprecherin.
Alle Mitarbeiter bereits gekündigt
Betroffen sind beide Beratungsstellen des Vereins, sowohl jene betreffend der Meldestelle "Hass im Netz", für die die Förderungen bezogen wurden, als auch die dadurch mitbetroffene Beratungsstelle gegen Rassismus, hieß es. Durch den Förderstopp sei aber die gesamte Vereinsarbeit betroffen und müsse eingestellt werden, auch die Sensibilisierungsarbeit und Workshops.
Man habe bereits alle Mitarbeiter vorsorglich kündigen müssen, so die Sprecherin, betroffen sind demnach 18 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter - "die komplette Belegschaft vom Verein ZARA".
Familienministerium: In allen Bereichen Einsparungen nötig
Aus dem Familienministerium von Plakolm hieß es, der Verein ZARA wurde seitens der Sektion Familie und Jugend in den Jahren 2020 bis 2022 mit je 300.000 Euro und in den Jahren 2023 bis 2025 mit je 330.000 Euro gefördert.
Betreffend des Förderstopps verwies man auf einen Regierungsbeschluss vom März: "Im Hinblick auf den Ministerratsvortrag vom 4. März 2026, in dem sich die Bundesregierung zu den Ergebnissen der Förder-Taskforce und dem zugehörigen Bericht zur Neuausrichtung der Förderungslandschaft in der Republik Österreich - und damit auch der Entwirrung von Kompetenzen, um Mehrfachförderungen zu verhindern - sowie zur Absenkung der Förderungsbasis bekennt, müssen in allen Bereichen Einsparungen vorgenommen werden." Daher könne die beantragte Förderung "nicht gewährt werden".
Das Bundeskanzleramt fördere weiterhin Projekte im Bereich der Familienberatung, Gewaltprävention und Kinderschutz. "Gewaltschutz und Gewaltprävention sind gesamtgesellschaftliche Aufgaben, zu deren Erfüllung mehrere Ministerien Verantwortung tragen." Die bisherige Förderung für den Verein ZARA wurde laut Plakolms Büro aus dem Budget der allgemeinen Familienpolitik finanziert.
Noch Hoffnung bei ZARA
Seitens ZARA hofft man noch darauf, dass kurzfristig eine Förderung gewährt wird, wie es seitens des Vereins zur APA hieß. Aber selbst eine Förderung in der Höhe des letzten Jahres würde auf längere Sicht nicht reichen - vor allem brauche es eine planbare Förderung, nicht nur für ein Jahr. (APA)