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Sonntagsöffnung für Hanke nur mit Sozialpartnern Sonntagsöffnung für Hanke nur mit Sozialpartnern
Chronik

Sonntagsöffnung für Hanke nur mit Sozialpartnern

Die Debatte um die Sonntagsöffnung köchelt wieder einmal hoch. Der Wirtschaftsstadtrat ist diskussionsbereit.
Hannes Huss
Freitag, 06. September 2019
Verfasst am 06.09.2019 von Hannes Huss

Die "Sonntagsruhe" gilt in Wien nach wie vor als Heiligtum, das man bewahren möchte. Während es in anderen europäischen Metropolen längst gang und gäbe ist, auch am Sonntag zumindest in ausgewählten Geschäften einkaufen zu gehen, sind die Geschäfte der Bundeshauptstadt - bis auf Tankstellen und kleine Shops mit Sondergenehmigungen - zugesperrt. Auch die Diskussion um mögliche Tourismuszonen - andere Bundesländer haben diese längst - und das Öffnen der Geschäfte in diesen - köchelt in Wien immer wieder auf. Am Donnerstag ist beispielsweise die Österreichische Hoteliervereinigung (ÖHV) mit einer neuen Studie vorgeprescht, die offenbar einen deutlichen Zuspruch der Wienerinnen und Wiener zur Sonntagsöffnung im Handel erkennen lässt. Vor allem die jungen Wienerinnen und Wiener hätten am Sonntag Lust, shoppen zu gehen, heißt es.

Bereits Altbürgermeister Michael Häupl zeigte sich diskussionsbereit - allerdings nur unter der Voraussetzung, dass es eine vorherige Einigung der Sozialpartner gebe. Diese haben eine Debatte in diese Richtung allerdings mehrheitlich abgewürgt. Auch Bürgermeister Michael Ludwig lehnt eine Änderung der Öffnungszeiten am Sonntag in den Tourismuszonen nicht grundsätzlich ab. Die Freigabe dafür liegt in den Bundesländern immerhin beim Landeshauptmann - im Wiener Fall also bei Ludwig. Aber auch er plädierte dafür, hier unbedingt eine Einigung mit der Arbeitnehmergewerkschaft und mit dem Handel zu erzielen, bevor er etwas diesbezüglich in die Wege leiten würde.

Eine Sprecherin von Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke (SPÖ) sagte am Freitag gegenüber W24, dass auch Hanke selbst diesbezüglich diskussionsbereit sei. Aber auch er würde eine Einigung mit den Sozialpartnern im Vorfeld bevorzugen. Man dürfe aber auch nicht verkennen, dass sich "internationale Standards" zuletzt eben auch geändert hätten und man diese "anpassen müsse", so die Sprecherin. In den Tourismusgemeinden in den Bundesländern - so etwa in der kleinen Südkärntner Gemeinde Sittersdorf - ist es in den Sommermonaten bereits seit Jahrzehnten möglich, zumindest im Supermarkt am Sonntag (zu Sonderöffnungszeiten) einkaufen zu gehen. Dies wird dort etwa - von Einheimischen wie Urlaubern - gleichermaßen auch gerne genutzt. Dass die Regelung in den gut gefüllten Wiener Bahnhof-Supermärkten Wiens, diverse Artikel am Sonntag für die Käufer abzusperren, auch auf Dauer keine Optimale ist, liegt auf der Hand.

Fritz Pöltl, FCG-ÖAAB-Fraktionsvorsitzender der AK-Wien, kritisierte die Umfrage der Hoteliervereinigung als "No-Na-Umfrage". Die Wienerinnen und Wiener sollten auch über die Nachteile einer Sonntagsöffnung informiert werden, etwa, dass durch die Sonntags-Überstunden die Waren empfindlich teurer würden, für die Beschäftigten Eltern keine Kindergärten zur Verfügung stünden sowie die Mehrheit der Handelsangestellten und der Unternehmer dagegen seien. (hh/APA)

Bild: David Bohmann