Schließen
Hitzewelle: Wien ist vorbereitet - etwa mit verlängerter Bäder-Öffnung Hitzewelle: Wien ist vorbereitet - etwa mit verlängerter Bäder-Öffnung
Wetter

Hitzewelle: Wien ist vorbereitet - etwa mit verlängerter Bäder-Öffnung

Trinkbrunnen und "Coole Zonen" stehen weiterhin zur Verfügung.
W24 Redaktion
Mittwoch, 29. Juli 2026
Verfasst am 29.07.2026 von W24 Redaktion

Länger offen: Wiener Freibäder reagieren auf die Hitze

Wer Abkühlung sucht, bekommt dafür mehr Zeit. Neben dem Strandbad Alte Donau haben nun auch das Kongreßbad, das Sommerbad Laaerberg und das Brigittenauer Bad verlängerte Öffnungszeiten.
„Wiens Bäder sind wichtige Hitzeschutzpartner und für viele Menschen eine gute Möglichkeit, den hohen Temperaturen zu entkommen“, betont Klima- und Bäderstadtrat Jürgen Czernohorszky.
Die Bäder haben von 30. Juli bis 2. August bis 21 Uhr geöffnet, von 3. bis 9. August bis 20.30 Uhr.

Ab ins Wasser: 63 Kilometer frei zugängliches Ufer

Nicht nur die städtischen Bäder sorgen für Erfrischung. Wien bietet entlang der Alten und Neuen Donau rund 63 Kilometer frei zugängliche Ufer mit kostenlosen Badeplätzen.
Beliebte Anlaufstellen sind etwa das Freizeitareal Pier 22 bei der Reichsbrücke, der CopaBeach mit urbanem Strandgefühl oder der familienfreundliche Arena Beach in Kaisermühlen. Auch die Piratbucht und der Familienbadestrand an der Neuen Donau laden zum Baden und Verweilen ein.
An der Alten Donau finden Erholungssuchende ebenfalls zahlreiche konsumfreie Badeplätze – vom Arbeiter*innenstrand bis zur Strombucht. Neue Badestege und Schwimmplattformen erleichtern dort den Zugang zum Wasser.

Coole Zonen und Trinkbrunnen im ganzen Stadtgebiet

Wer lieber Schatten sucht, findet in Wien mittlerweile 37 sogenannte Coole Zonen. Diese frei zugänglichen Räume bieten angenehme Temperaturen, Sitzmöglichkeiten, kostenloses Trinkwasser und sanitäre Einrichtungen – ganz ohne Konsumzwang.
Neu mit dabei ist das Wien Museum am Karlsplatz, das auch am Wochenende geöffnet hat. Zusätzlich erweitert das Haus „Erlebnis Europa“ seine Öffnungszeiten.
Für Erfrischung sorgen außerdem rund 1.800 öffentliche Trinkbrunnen im gesamten Stadtgebiet. Allein seit 2021 wurden mehr als 700 neue Standorte geschaffen.

Besondere Unterstützung für ältere Menschen

Gerade Senior*innen leiden oft besonders unter großer Hitze. Deshalb stehen in 20 Pensionist*innenklubs spezielle Coole Zonen mit Temperaturen zwischen 20 und 24 Grad zur Verfügung. Vier Standorte haben auch am Wochenende geöffnet.
Zusätzlich bieten die „Häuser zum Leben“ klimatisierte Aufenthaltsräume, gezielte Trinkangebote und intensive Betreuung. Langfristig investieren die Einrichtungen außerdem in Begrünung, Beschattung, Photovoltaik und moderne Kühlsysteme.

Mehr Grün gegen die Hitze

Wien setzt nicht nur auf kurzfristige Hilfe, sondern auch auf langfristige Maßnahmen. Grünflächen, Bäume und Wasserflächen helfen dabei, die Temperaturen in dicht verbauten Stadtteilen zu senken.
Jedes Jahr werden tausende neue Bäume gepflanzt. Gleichzeitig entstehen zusätzliche Parks, Miniwälder und Wasserspielplätze. Die Wiener Stadtgärten betreuen mittlerweile mehr als 500.000 Stadtbäume.

Entsiegelung und begrünte Fassaden

Wo keine Bäume gepflanzt werden können, sollen begrünte Fassaden für Kühlung sorgen. Entsiegelte Flächen lassen Regenwasser versickern und verbessern das Mikroklima. Begrünungen können die Umgebungstemperatur um mehrere Grad senken und helfen besonders während Hitzewellen.

„Raus aus dem Asphalt“ bringt Kühlung in die Grätzl

Mit der Initiative „Raus aus dem Asphalt“ gestaltet die Stadt öffentliche Räume klimafit um. Seit dem Start wurden bereits mehr als 340 Projekte in allen 23 Bezirken umgesetzt.
Neue Bäume, Nebelstelen, Trinkbrunnen, Wasserspiele und schattige Sitzplätze schaffen sogenannte „Grätzl-Wohnzimmer“, die auch an heißen Tagen zum Verweilen einladen. Allein im Straßenraum wurden bereits mehr als 3.300 Bäume gepflanzt.

Angenehmer unterwegs mit den Öffis

Auch in den öffentlichen Verkehrsmitteln wird es zunehmend kühler. Rund 80 Prozent der Fahrzeuge der Wiener Linien sind inzwischen klimatisiert. Bei den Bussen und auf der U6 liegt die Quote bereits bei 100 Prozent.
Seit Anfang Juli zeigt außerdem die WienMobil-App an, welche Fahrzeuge klimatisiert sind. So können Fahrgäste ihre Route an besonders heißen Tagen noch besser planen.

Hilfe und Informationen auf einen Blick

Wer unter der Hitze leidet oder gesundheitliche Beschwerden bemerkt, kann sich an die Gesundheitsberatung 1450 wenden. Dort geben medizinische Fachkräfte rasch Auskunft und helfen bei der Einschätzung der Symptome.
Zusätzlich informiert der Wiener Hitzeratgeber über den richtigen Umgang mit hohen Temperaturen. Über die Stadt Wien-App erhalten Nutzer*innen außerdem aktuelle Hitze- und Wetterwarnungen direkt aufs Smartphone.

Gut vorbereitet durch heiße Tage

Die Stadt Wien begegnet der bevorstehenden Hitzewelle mit einem breiten Maßnahmenpaket. Verlängerte Badezeiten, kostenlose Badeplätze, Coole Zonen, Trinkbrunnen, begrünte Grätzl und klimatisierte Öffis sollen dafür sorgen, dass die Wiener*innen auch bei Temperaturen weit über 35 Grad möglichst gut durch die heißen Tage kommen.