In des Kaisers Fußstapfen: Franz Josephs Hausschuh wird versteigert
In die Fußstapfen von Kaiser Franz Joseph treten - mit entsprechendem Budget - leicht gemacht: Bei der jährlichen Kaiserhaus-Auktion des Dorotheums wird am 9. Juni unter anderem ein "persönlicher Hausschuh" des Monarchen angeboten, Schätzwert 2.000 bis 4.000 Euro. Aber auch Sisi-Fans können auf ihre Kosten kommen: Ein Toilettkästchen von Kaiserin Elisabeth kommt etwa zur Versteigerung, hieß es in der Ankündigung des Auktionshauses.
Das gute Stück ist mit Karlsbader Sprudelstein besetzt und trägt die Inschrift: "Ihrer Majestät der Durchlauchtigsten Kaiserin Elisabeth von Oesterreich ehrfurchtvollst gewidmet von der Bürgerschaft in Carlsbad 1854" (Schätzpreis 6.000 - 12.000 Euro). Morbider mutet ein anderes Los an, die Weste von Kaiser Maximilian I. von Mexiko, getragen am Tage vor der Hinrichtung in Querétaro (Schätzpreis 5.000 - 8.000 Euro).
Nahezu 400 Objekte aus dem österreichischen Kaiserhaus sowie anderen europäischen Herrscherhäusern werden heuer angeboten. Die Auswahl umfasst persönliche Erinnerungsstücke und Porträts, die Einblick in das einstige Leben an den Höfen Europas geben.
Zahlreiche Sisi-Objekte: vom Fächer bis zum Porträt
Ein Schwerpunkt der Auktion liegt auf Kaiserin Elisabeth. Zahlreiche Objekte, so das Dorotheum, spiegeln den Schönheitskult wider, den Sisi mit eiserner Disziplin pflegte. Zu den laut Aussendung "herausragenden Objekten" zählt ein Porträt der Kaiserin des bekannten Wiener Porträtmalers Georg Martin Ignaz Raab. Ein vergleichbares Porträt von Sisi befindet sich heute im Belvedere in Wien. Das Gemälde stammt aus dem ehemaligen Besitz des Bruders von Elisabeth, Herzog Ludwig in Bayern, und wird auf 15.000 bis 25.000 Euro geschätzt.
Persönliche Accessoires der Kaiserin bezeugen Elisabeths Eleganz und Modebewusstsein, so das Dorotheum. Darunter ein persönlicher Reitfächer aus den Jahren um 1870/80, von dem sich ein identisches Exemplar im Wiener Möbelmuseum befindet, sowie ein prachtvoller Spitzenfächer mit Perlmutt- und Beingestell und graviertem Monogramm "E" und österreichischer Kaiserkrone. Elisabeth, die stark unter dem Älterwerden litt, trug vor allem in späteren Jahren häufig Fächer, um ihr Gesicht zu verdecken (Rufpreis 2.000 bis 4.000 bzw. 5.000 - 8.000 Euro).
Auch tragische Aspekte der Kaiserinnenverehrung finden sich in der Auktion: Ein kleiner silberner Trauer-Engel erinnert an die Ermordung Elisabeths am 10. September 1898 in Genf. Die Figur trägt ein Schild mit emaillierter Gnadenmadonna sowie das Sterbedatum der Kaiserin und dokumentiert die europaweite Trauer um die Monarchin.
Spazierstock vom jungen Kaiser
Von Kaiser Franz Joseph I. werden unter anderem ein Spazierstock aus Kindertagen, ein Taschentuch, ein Zigarrenspitz, eine Kinderzeichnung sowie ein Ziegenleder-Hausschuh angeboten. Ein Album aus der Zeit um 1917 mit 132 Fotografien "Aus dem Leben Seiner kaiserl. und königl. Apostolischen Majestät weiland Kaiser Franz Joseph I." soll 500 bis 1.000 Euro einbringen.
455 Postkarten von Eugen Ketterl, dem langjährigen Leibkammerdiener des Kaisers, meist an seine Frau Louise geschrieben, geben einen guten Überblick über die Reisetätigkeit des Kaisers in den Jahren 1895 bis 1913. Die Sammlung hat einen Schätzwert von 2.000 - 4.000 Euro.
Prinz Eugen und sein Hund Eugenius
Nicht zuletzt sind Objekte mit Bezug zu Prinz Eugen von Savoyen zu haben. Von ihm gelangt zum Beispiel ein seltenes Banketttafeltuch mit acht passenden Servietten zur Versteigerung. Der prachtvolle Leinendamast zeigt eingewebte Darstellungen des Prinzen mit seinem Hund Eugenius sowie der Belagerung von Lille 1708 während des Spanischen Erbfolgekriegs (Schätzpreis 6.000 bis 12.000 Euro).
Bild: Dorotheum