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Kindergärten: Stadt wegen Kürzungen entzürnt Kindergärten: Stadt wegen Kürzungen entzürnt
Bildung

Kindergärten: Stadt wegen Kürzungen entzürnt

Die VP/FP-Regierung will rund 30 Millionen Euro für den Kindergartenausbau kürzen, Wien reagiert erbost.
Hannes Huss
Mittwoch, 11. Juli 2018
Verfasst am 11.07.2018 von Hannes Huss

Schocknachricht für die Bundesländer: Die Bundesregierung plant offenbar, den Kindergartenausbau zurückzufahren und die dafür vorgesehenen Budgets gewaltig zu kürzen. Diese Vorschläge stoßen vor allem im Wiener Rathaus auf wenig Gegenliebe. "Die Bundesregierung wird beim Kindergartenausbau 30 Millionen Euro einsparen", kritisierte der zuständige Stadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ). Kritik kommt auch vom Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ).

"Show statt Lösungen"

Die Pläne würden Familien - auch angesichts des 12-Stunden-Arbeitstages - noch weiter unter Druck setzen: "Davor haben wir immer gewarnt." Der Ausbau der Plätze, die sprachliche Frühförderung und auch weitere Integrationsmaßnahmen würden "beinhart zurückgefahren", beklagte der Wiener Ressortchef. Stattdessen werde eine "Show" abgezogen, die von Ignoranz gegenüber den tatsächlichen Herausforderungen zeuge.

"Den vorliegenden Entwurf zur 15a-Vereinbarung werden wir zuerst einmal mit den anderen Bundesländern beraten. Unser gemeinsames Ziel kann ja nur sein, dass es mehr Anstrengungen für die Kindergärten gibt und nicht weniger", sagte Czernohorszky.

Absolut keine Freude hat Kärntens Landeshauptmann und Bildungsreferent Peter Kaiser (SPÖ) mit der angekündigten Mittelkürzung für den Ausbau der Kinderbetreuung. "Wer bei Kindern Sparstift ansetzt, amputiert ihre und unsere Zukunft", so Kaiser in einer Aussendung am Mittwoch.

Die Kürzung um 30 Millionen Euro sei ein "fataler Fehler" und ein "zukunftsfeindliches Signal". Allein für Kärnten würde sie eine Reduzierung der Mittel um 2,2 Millionen Euro (von 8,4 auf 6,2 Millionen Euro) bedeuten. In Kärnten arbeite man daran, die Betreuung von Kindern bis zum sechsten Lebensjahr für die Eltern kostenfrei zu machen. (APA/red)

Foto: PID/Votava